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Strategie für Ihr Vorstellungsgespräch auf Englisch

Strategie für Ihr Vorstellungsgespräch auf Englisch

Nennen Sie spontan 5 Ihrer persönlichen Stärken

Nennen Sie 5 Ihrer-persönlichen Stärken

Wer seine persönlichen Stärken nicht spontan auf den Punkt bringen kann, hat oftmals auch Schwierigkeiten die besonderen Leistungen, des Unternehmens in dem er arbeitet, zu beschreiben. Grund: Ohne persönliche Stärken verpufft die tollste Qualifikation wie eine Seifenblase. Nur Qualifikation plus persönliche Stärken bringen Unternehmen einen Nutzen und führen zur Einstellung.

Zu den wichtigsten Themen während eines Vorstellungsgespräches gehören deshalb die persönlichen Stärken (Soft Skills) des Bewerbers. Über die berufliche Qualifikation und Erfahrung weiß der Personalleiter aufgrund der Bewerbungsunterlagen einiges. Deshalb kam sie/er in die engere Auswahl. Wie sich die Persönlichkeit des Bewerbers darstellt, zeigt dann das persönliche Gespräch.

Ob Bewerber/innen ihre persönlichen Stärken kennen, wie realistisch sie diese einschätzen und dann beschreiben, sagt gut geschulten, professionellen Personalverantwortlichen sehr viel über das von ihnen Gesagte hinaus. Es beschreibt nicht nur eine Vorausschau, wie sie  im Unternehmen arbeiten werden, sondern, noch wichtiger, wie sie mit Kollegen, Partnern, Kunden und Vorgesetzten interagieren.

 

Konkrete Arbeitsbeispiele liefern

Berufstätige und besonders Bewerber/innen fragen oft ungewöhnlich erstaunt: „Was haben meine Stärken mit meinem Aufgabengebiet zu tun?“ Nennen Bewerber/innen auf die Frage nach einigen persönlichen Stärken nur Schlagwörter und Phrasen, wie „ich bin dynamisch“, „motiviert“ oder „ich bin Teamplayer“, werden gezielte Fragen sofort oder im weiteren Verlauf des Vorstellungsgespräches folgen, die diese bisherige Behauptung bestätigen oder widerlegen.

BewerberInnen sollten dann durch konkrete Arbeitsbeispiele, Beschreibung von Verhaltensweisen und eigenen Projekten ihre Behauptungen mit Leben erfüllen. Das Gesagte überzeugend darstellen, auf Deutsch und auf Englisch.

Wie sich Bewerber/innen darstellen, sagt auch etwas darüber aus, wie sie ihre Tätigkeit und ihr Verhalten im bisherigen aber auch im neuen Unternehmen definieren. Wie engagiert sie sich für die Ziele in ihrem Bereich einsetzen. Ist das neuen Unternehmen auf Produkte oder Dienstleistungen spezialisiert, sollte JEDER Mitarbeiter im Unternehmen diese Vorteile, diese Spezialisierung auf den Punkt bringen können. Erst recht im Vorstellungsgespräch.

Kennt der vielleicht künftige Mitarbeiter im Rechnungswesen während der Bewerbungsphase nicht nur die Wettbewerbsvorteile oder die Alleinstellungsmerkmale der angebotenen Leistung, sondern benennt sie gezielt, überzeugt dies. Gerade weil Produktvorteile nicht zur Kernkompetenz eines Mitarbeiters im Rechnungswesen gehören.

Der Bewerber zeigt damit, dass er über den Tellerrand seines Fachgebietes hinausschaut. Es zeigt Weitblick und Engagement. Es vermittelt den Eindruck: Derjenige ist bereit, Unternehmensziele gemeinsam zu erreichen. Dies gilt für alle Bereiche eines Unternehmens, von Management  bis Lager, Versand und Logistik.

Lassen Bewerber quasi nebenbei solche Fakten einfließen, ist darauf zu achten, dass es den Kern des Gespräches nicht verwässert. Die Inhalte müssen unbedingt Bezug zum aktuellen Gesprächsthema oder zur Frage haben. Relevanz statt ausschweifender Erklärungen. Beiläufige Wörter oder Kurzsätze, die aber nur Fakten beinhalten dürfen, können wie positive Nadelstiche wirken. Negativbeispiele gibt es massenhaft: Bewerber/innen interpretieren Fakten und Unternehmensziele, nennen ihre Vermutungen und Auswirkungen und reden sich um Kopf und Kragen. Thema verfehlt, trotz guter Qualifikation.

Gerade weil Mitarbeiter in Unternehmen oft weder wissen, geschweige denn erklären können, was eigentlich die Kollegen in anderen Abteilungen tun, zeigen engagierte Bewerber/innen, dass sie über den Tellerrand blicken, dass sie großes Interesse genau an diesem Job und in genau diesem Unternehmen haben.

Die Mitarbeiter-Aussage „Wir produzieren Autoreifen“ ist banal. Aber: "Autofahrer reißen sich um unsere Reifen, weil sie unzerstörbar sind. Nächtliche Messerstiche auf der Straße? Kein Problem! Nägel am Straßenrand beim Parken? Steckt er weg. Es folgt in klaren Worten, wie dies dem eigenen Unternehmen möglich ist. Dass der begeisterte Erzähler gerne dort arbeitet oder dort arbeiten möchte, wird dadurch glasklar.

 

Nicht über Stärken sprechen, sondern Stärken zeigen

Diese Aussage zeigt Nutzen, Einzigartigkeit, den Unterschied, den Stolz bei diesem Unternehmen zu arbeiten. Es zeigt Engagement und multipliziert eine gute Idee. Bewerber sollen nicht über ihre Stärken sprechen, sondern sie zeigen. Direkt im Vorstellungsgespräch zeigen!

Der Bewerber beweist, dass er Teamplayer ist, indem er ALLE Beteiligten im Raum ansieht, wenn er spricht. Wenn er sie, falls sie direkt beteiligt sind und selbst Fragen stellen, immer in das Gespräch einbindet.

 

Das Vorstellungsgespräch ist ein Casting.

Wie Vorsprechen im Theater. Der Bewerber sagt nicht, “ich bin ein guter Schauspieler”. Nein, er zeigt es. Er beweist. Der Sänger singt, der Artist zeigt das Trainierte. Der Bewerber zeigt seine Soft Skills heute, direkt, live.

Bezüglich der Persönlichkeitseinschätzung, der persönlichen Stärken gibt es meist kein zweites Casting. Können sich Personalentscheider nicht auf den Eindruck eines relativ kurzen Vorstellungsgespräches verlassen, führt ein ein- oder mehrtägiges Assessment Center zu eindeutigeren Ergebnissen. Hierbei kann sich der Bewerber aktiv in der Praxis beweisen. Als Teamplayer zeigt er in gemeinsamen Kurzprojekten und "Spielen" wie ausgeprägt seine persönlichen Stärken tatsächlich sind.

Das Verhalten des Bewerbers unterstreicht das Gesagte oder widerspricht. Widerspricht es tatsächlich, erkennen Bewerber/innen dies an zusätzlichen Fragen des Personalverantwortlichen. Er ist nicht überzeugt, möchte aber eine weitere Chance geben, damit die Aussagen in Einklang mit der Bewerber-Darstellung kommen.

Trainiert ein Bewerber mit Freunden ein Vorstellungsgespräch und filmt die Situation mit seinem Smartphone, zeigt es ihm eigene verblüffende Verhaltensweisen, die ihm bisher unbekannt waren. Wie ändert sich das Verhalten insgesamt? Mimik, Gestik und Stimme verändern sich. Vorausgesetzt, der Bewerber versetzt sich ernsthaft in eine Vorstellungsgespräch-Situation. Bewerber/innen sind überrascht bis entsetzt, wenn sie sehen, wie sie sich tatsächlich verhalten. Auf die Frage an sie: "Würden Sie denjenigen (sich selbst) einstellen?", sagen sie ehrlicherweise oft "Nein!"

Selbst wenn der Personalleiter durch einen Freund ersetzt wird, sind die Wesensveränderungen überraschend. Um wie viel mehr ändert sich deren Verhalten erst, wenn Bewerber mit fremden Menschen oder in der realen Vorstellungsgespräch-Situation mit Personalverantwortlichen, Abteilungsleitern oder Mitgliedern des Vorstands sprechen. Sich selbst erleben und dann im Perspektivwechsel aus Sicht der Personalverantwortlichen fragen: "Würde ich diesen Bewerber einstellen?", ändert die eigene Sichtweise und verbessert die Einstellungs-Chancen um ein Vielfaches.

Dieses Vorgehen soll nicht verunsichern, es soll Verhalten bewusst machen. Leichte Änderungen sind sinnvoll, auch wenn Bewerber/innen authentisch bleiben möchten und sollen und unsere Charakterzüge, die uns einzigartig machen, erhalten wollen.

Ein Beispiel: Nervöses Kugelschreiberklicken ist eine schlechte Gewohnheit bei Nervosität. Es wirkt nur negativ, macht den Bewerber als Mensch aber nicht einzigartig. Auch ohne Kugelschreiberklicken bleibt dieser Bewerber authentisch. Es ist schlicht überflüssig und nervig. Sinnvoll: Erkennen und handeln, das heißt: Klicken abgewöhnen.

Als Bewerber/in sollten wir darauf achten, dass unsere Worte nicht unseren Taten widersprechen. "Ich setze unsere Planungen engagiert und mutig durch!", sagt der Bewerber unsicher oder gar ängstlich.

„Ich werde die Herausforderung annehmen!“, sagte er zögerlich. Dies sind nur zwei von unzähligen Beispielen, in denen Bewerber völlig anders erlebt werden als sie es selbst vermuten. Die Selbstwahrnehmung ist eben eine völlig andere als die, wie andere Menschen uns wahrnehmen.

Statt unrealistischer Behauptungen, möchte der Personalleiter den Bewerber „erleben“. Wie „tickt“ er, welche sozialen Fähigkeiten (Soft Skills) hat er? Es ist von „Personalern“ nicht böse gemeint aber sie sind selbst unter Druck. Sie müssen aus den eingeladenen Bewerber/innen in begrenzter Zeit möglichst sicher den herausfischen, der neben vergleichbarer Qualifikation menschlich ins Unternehmen und zu seinen neuen Aufgaben passt.

Ziel ist also: Wie kann ich als Personalverantwortlicher mit geschickt gestellten Fragen eventuelle Widersprüche, Halbwahrheiten oder unrealistische Fehleinschätzung des Bewerbers entlarven. Das Vorgehen dient schließlich beiden Seiten. Damit der richtige Mitarbeiter am richtigen Ort den Job tut, der ihm Spaß macht. Unternehmen und Bewerber/innen sind gleichermaßen daran interessiert, dass sie sich im neuen Unternehmen wohlfühlen.

Warum brauchen Sie persönliche Stärken für Ihr Vorstellungsgespräch?

“Soft Skills sind bei Personalern gefragt. Die künftigen Arbeitnehmer sprechen scheinbar aus Erfahrung: Fast alle (94,6 Prozent) der befragten Studierenden gaben an, Soft Skills seien in ihrem letzten Praktikum wichtig bis sehr wichtig gewesen. Verglichen mit anderen, eher technischen Fähigkeiten messen die Studenten dem Thema Soft Skills allerdings eine weitaus geringere Bedeutung bei als Personaler: Von den befragten Studenten glaubte fast niemand (2 Prozent), das Thema Soft Skills sei im Vergleich mit technischen Know-how sehr wichtig - unter den HRlern waren es hingegen fast die Hälfte (48 Prozent). "Hier liegt eine große Diskrepanz in der Wahrnehmung sogenannter weicher Faktoren, die sich teilweise auch in den Softskill-Präferenzen der jeweils befragten Gruppen widerspiegelt", sagt Chiara Succi, Associate Professor für Strategy, Organizational Behavior and Human Resources an der ESCP Europe.“ Quelle: XING

Ein elementares Naturgesetz wirkt: Nur das, was Ihren Stärken entspricht, tun Sie wirklich gern. Und nur das, was Sie wirklich gern tun, tun Sie wirklich gut. Nur auf diesen Gebieten werden Sie tatsächlich überdurchschnittlich kompetent und überzeugend. Sie sind interessierter, lernen schneller und intensiver. Sie sind überzeugender und erfolgreicher bei der Bewerbung, im Vorstellungsgespräch und im Job als die, die mit halber Kraft und wenig Überzeugung auftreten.

Die Bedeutung persönlicher Stärken im Vorstellungsgespräch wird von den meisten Bewerbern meist unterschätzt. Selbst Führungskräfte sind hierbei laut Personalberatern und Personalleitern keine Ausnahme. Bewerber/innen sind oft der Ansicht, ihre Qualifikation und ihre Berufserfahrung seien die entscheidenden Kriterien, die über Einstellung oder Absage entschieden.

Das ist keineswegs so. Zum Vorstellungsgespräch werden die Bewerber/innen eingeladen, deren Qualifikation und Berufserfahrung in etwa den Erwartungen des Unternehmens entsprechen. Im Bewerbungs- oder Vorstellungsgespräch möchten die Entscheider nun noch wissen, ob der Bewerber all das im Lebenslauf beschriebene auch glaubhaft machen kann und wie sie oder er als Mensch zum Unternehmen passt.

Im Übrigen sollte jeder Bewerber schon auf seine sozialen Stärken achten, sobald er das Unternehmensgebäude betritt. Freundliches Auftreten  ist vom Pförtner bis zur Assistentin gefragt. Nicht selten werden auch andere Mitarbeiter gefragt, wie sich der “Neue” im Unternehmen verhalten habe.

Strategie und Taktik entscheiden. Hier die wichtigste:

Die eigene Strategie und  folgerichtige Vorgehensweise entscheiden zusammen  mehr als die meisten Bewerber/innen glauben. Die einfachste und wirkungsvollste ist die, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Allein der Versuch, die Denkweise des Gegenübers nachzuvollziehen, bringt Ihnen nicht nur neue Perspektiven, sondern erhöht Ihre Chancen auf positive Reaktionen gewaltig.

Zusammengefasst: Erfülle ich die vorhandenen Bedürfnisse und Erwartungen der Beteiligten Gesprächspartner habe ich den Job. Erfülle ich alle vorhandenen Bedürfnisse und Erwartungen der Beteiligten Gesprächspartner habe ich den Job. Mit jeder kleineren oder größeren enttäuschten Erwartung sinken die Chancen auf Deckung.

Sobald Sie Ihre Sichtweise ändern, erkennen Sie sofort Parallelen in Privatleben, Partnerschaft, Bekanntenkreis usw. Solange alle Ihre Erwartungen erfüllt werden, fühlen Sie sich wohl und stimmen zu. Stimmt nur eine wichtige oder mehrere kleine Erwartungen nicht mit der Realität, den Vorstellungen des  neuen Unternehmen überein, lehnen Sie ab. So geht es umgekehrt auch dem Unternehmen.

Grundsätzlich sieht der Mensch die Welt und andere Menschen aus seiner eigenen Sicht. Das ist nahe liegend und natürlich. Dass sie sich  auch in die Situation eines anderen versetzen, kennen wir, wenn wir Empathie, Mitgefühl für andere empfinden. Zum Beispiel, wenn der andere etwas erleidet. Wir versetzen uns in seine Situation und leiden mit. Auch umgekehrt freuen wir uns mit anderen, natürlich nur mit denen, die wir mögen, wenn diesen etwas gelingt, wenn Ihnen etwas Gutes geschieht.

Im Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber nicht nur an sich selbst denken und die Bewerbungssituation aus seiner eigenen Sicht betrachten, sondern auch aus der des Personal- oder Abteilungsleiters. Neben Ihnen entscheiden schließlich auch diese Personen, ob das Unternehmen, die Mitarbeiter, die zu erfüllenden Aufgaben und Sie selbst zusammen passen.

Da mehrere Personen am Entscheidungsprozess beteiligt sind, Sie als Bewerber und der Personalleiter stellvertretend für das Unternehmen, wird erkennbar, wie zwingend notwendig der ständige Perspektivwechsel, die Änderung der eigenen Sichtweise ist. Erfolgreiche Bewerber/innen überlegen ständig, was der jeweilige Gesprächspartner erwartet oder beabsichtigt, haben dabei aber selbstverständlich ihr eigenes Ziel ebenfalls ständig im Auge.

Schlüpfen Sie selbst in die Rolle des Personalleiters und überlegen Sie, was er von Ihnen erwartet. Was würden Sie als Personalleiter von einem Bewerber in genau dieser Situation erwarten?  Sie werden anders, sinnvoller, passender, klarer und automatisch auch in Ihrem Sinne wirksamer antworten und selbst fragen. Sich um 180 Grad zu drehen ist ein kleiner Schritt mit enormer Wirkung.

Das selbe Prinzip gilt in allen Situationen des täglichen Lebens, im Privatleben, in der Partnerschaft. Ein Kunde, der die stressige  Arbeit der Bäckereifachverkäuferin nachfühlt und ihr dies mitteilt, wird automatisch zuvorkommender und freundlicher bedient als der fordernde Kunde, der die Welt nur aus seiner eigenen, egozentrischen Gedankenwelt aus betrachtet.  Ein Beispiel stellvertretend für alle anderen Berufe und Bereiche.

Die wichtigsten Erwartungen wird der Personalleiter selbst nennen und Sie als Bewerber/in sollen mit eigenen Worten belegen, ob Sie diese erfüllen. Zusätzliche Überzeugungskraft verleihen Sie Ihren Aussagen aber wenn Sie selbst beiläufig Erwartungen erfragen und diese erwarteten Fähigkeiten wenig später nennen. Genau im passenden Gesprächszusammenhang. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben diese Fähigkeit tatsächlich.

Langfristig ist es für beide Seiten stressig, wenn Fähigkeiten glaubhaft gemacht werden, die der Arbeitnehmer tatsächlich gar nicht hat. Dann hat das Unternehmen ein Problem mit dem Mitarbeiter und dieser ein Problem mit seinem neuen Job und dem Unternehmen.

Das geschieht viel häufiger als man denkt. Männer wie Frauen weinen (tatsächlich), wenn sie nach den im Vorstellungsgespräch genannten guten Englisch-Sprachkenntnissen später mit europäischen, amerikanischen und asiatischen Englisch-Dialekten im persönlichen Gespräch, am Telefon, in der Videokonferenz völlig überfordert sind. Missverständnisse und Fehler lassen die im alten Job gewohnt gute Arbeits- und Lebensqualität und die eigene Motivation ins Bodenlose fallen.

Dies alles nur zu wissen genügt natürlich nicht. Es genügt auch nicht, sich vorzunehmen, es so zu machen. Sie sollten es unbedingt vorher trainieren. Denn nur dann tun Sie es intuitiv. Intuitiv wie eine Gewohnheit. Haben Sie es nicht trainiert geht es Ihnen so, wie wenn Sie eine alte negative Gewohnheit ablegen und sich dafür eine andere positive Handlungsweise angewöhnen wollen.

Sie kennen das: Sie fallen anfangs  immer wieder in die alte Gewohnheit zurück. Sie bemerken es und versuchen es das nächste Mal wieder. Entweder geben Sie dann auf und behalten die alte negative Gewohnheit bei oder Sie gehören zu den Wenigen, die mit Willen und Ausdauer die kurze Zeit der Umgewöhnung überstehen und sich dann jahrelang über die neue, bessere Gewohnheit freuen. Die Umgewöhnungsphase ist also Ihr Training. Wissen und die Absicht allein genügen offensichtlich nicht, intuitiv, also spontan, richtig zu handeln, wenn wir es vorher anders praktizierten. Der “Umprogrammierungsprozess” im Gehirn ist leider schwerer und langwieriger als sich etwas Neues zu merken. Es ist nun mal einfacher und vom Gehirn gewollt, alte Abläufe und Gewohnheiten beizubehalten. Arbeiten Sie mit Strategie und hirngerecht, steigen Ihre Erfolgschancen.

Personalentscheider bemerken die ersten Merkmale in Sekunden,

viele weitere in den nächsten Minuten. Sie selbst wissen: Ihre Persönlichkeit besteht nicht nur aus Ihrer beruflichen Qualifikation oder Ihren Sprachkenntnissen, sondern aus selbst entwickelten, gelernten und ererbten Charaktereigenschaften, Gewohnheiten, Fähigkeiten, Stärken - und Schwächen. Können Sie diese Eigenschaften ausprägen oder unterdrücken? Teilweise ja.

Was Sie auf jeden Fall können: Auf jeden Fall können Sie Ihre Stärken und Schwächen unterschiedlich intensiv darstellen und sich damit eindeutig von anderen unterscheiden.

Nur wenn Ihre Stärken, Ihre Soft Skills - über die wir noch sprechen werden - und Ihre Qualifikation aus einem Guss sind, steigen Ihre Erfolgschancen. Überlegen Sie also vorher: Was - will - ich - wirklich? Entspricht mein angestrebtes Berufsfeld mit all seinen Begleiterscheinungen, tatsächlich meinen Stärken?

Können Sie mir mehr als 3 Ihrer persönlichen Stärken nennen?

Sie haben viele Stärken!? Fallen Ihnen nur 2-3 Stärken ein? Sofort? Viele Ihrer Stärken sehen Sie wahrscheinlich als selbstverständlich an!? Sie sind es aber nicht. Weil Ihre Mitbewerber vor und nach Ihrem Vorstellungsgespräch, garantiert nicht genau die gleichen Stärken und Schwächen in identischer Ausprägung haben wie Sie.

Haben Sie im Vorstellungsgespräch gezielt herausgefunden, welche Stärken das Unternehmen benötigt und erwartet, können Sie Ihre Gesprächstaktik darauf ausrichten. Im Rahmen Ihres tatsächlichen Stärken-Potentials selbstverständlich. Aber nur wer alle seine Stärken ausnahmslos kennt, kann  auswählen und sie “auf Knopfdruck” spontan anbieten, wenn es darauf ankommt.

Ihre Qualifikation und Ihre Berufserfahrung ist eine separater Punkt des Vorstellungsgesprächs, auf den wir an anderer Stelle des Trainings oder auch hier im Blog eingehen.

Suchen Sie deshalb sehr gezielt nach Ihren persönlichen Stärken. Fragen Sie einfach andere danach. Diese Methode ist so einfach wie wirkungsvoll! Fragen Sie Freunde, Kollegen, Familie, Vereins- und Sportsfreunde. Jeder wird Ihnen bekannte und - das ist das Besondere - jeder wird Ihnen überraschende Stärken nennen, die Sie vorher an sich gar nicht wahr nahmen.

Während des Trainings ermitteln wir Ihre Stärken und die der 2-3 anderen Teilnehmer/innen systematisch. Sie sind während des Vorstellungsgespräches neben Ihrer Qualifikation und Berufserfahrung die dritte wichtigste Säule und Ihr Kapital.

Selbst wenn andere Bewerber/innen dieselben nötigen Stärken haben sollten wie Sie, ist fraglich, ob sie sie kennen (die wenigsten menschen kennen alle ihre Stärke. Das eigene Verhalten ist für uns das Normalste der Welt und deshalb sind wir uns der meisten Stärken nicht bewusst. mit  Ausnahme der auffälligsten, auf die wir von anderen angesprochen werden.

Selbst wenn Mitbewerber alle ihre eigenen Stärken kennen, werden sie ihnen ohne systematisches Training nicht spontan einfallen, in dem Moment, in dem es darauf ankommt. Der Mensch ist bequem und bereitet sich nicht gern vor. Anderen geht es ebenso und genau darin liegt Ihre Chance, sich an die Spitze der Mitbewerber zu setzen, egal wo und wann Sie sich in einem Unternehmen und konkret bei Menschen vorstellen, die Sie als mensch kennen lernen möchten. Die erleben möchten, wie Sie als Kollege und Mitarbeiter zu ihnen, zu ihrem Unternehmen und ihren international tätigen Kunden und Partnern passen.

Da sie miteinander nicht nur auskommen, sondern erfolgreich und produktiv zusammen arbeiten möchten, sind Ihre persönlichen Stärken, also Ihr Verhalten so wichtig im Vorstellungsgespräch. Wer meint, sehr hohe Qualifikation reiche aus, um den Job zu bekommen irrt sich. Selbst in Zeiten, in denen es an Fachpersonal mangelt, wählen Unternehmen aus. Findet man keine geeigneten Mitarbeiter/innen, werden die Tätigkeiten ausgelagert (Outsourcing).

Auch wenn wir Freundschaften nicht mit der Arbeitswelt vergleichen können, suchen wir uns als Freunde nicht die Qualifiziertesten, sondern die, die am besten zu unseren Vorstellungen, Idealen, Gewohnheiten, Humor, Charakter und anderes passen. Auch in Unternehmen ist dieser Faktor als Auswahlkriterium enorm wichtig, um möglichst harmonisch aber auch wirtschaftlich zusammen arbeiten zu können. Weil ungünstige oder fehlende soft skills ein K.O.-Kriterium sein können, ist die Bedeutung enorm wichtig.

Haben Sie Schwächen?

Sie brauchen  Ihre 1-2 (!?) Schwächen jetzt nicht aufzählen. Vergessen Sie sie aber nicht. Der Aufwand, Schwächen wegzutrainieren, ist oft riesig und ineffektiv. Manche sind Teil unserer Persönlichkeit. Einfacher und wirkungsvoller und erfolgserprobt. Bauen Sie Ihre Stärken aus, heben Sie sie hervor. Überzeugen Sie mit Ihren Stärken, akzeptieren Sie Ihre Schwächen,  entkräften Sie sie, wenn möglich, arbeiten Sie daran. Investieren Sie Ihre Energie, Ihre Zeit aber besser und effektiver in Ihre Stärken.

Eine Schwäche für die eine Aufgabe kann Ihre Stärke für eine Aufgaben sein.

Stellen wir uns klischeehaft aber meist zutreffend vor: Der korrekte Finanzbeamte soll eine neue Kampagne in der Werbeagentur entwickeln, der Kreative, der unkonventionelle, chaotische Art-Director bearbeitet Ihre Steuererklärung. Selbst wenn beide das jeweils dafür notwendige Wissen hätten, sie würden nicht wirklich glücklich bei ihrer ungewohnten Tätigkeit. Sie wären auch nicht wirklich gut. Im günstigsten Fall mittelmäßig.

Dennoch sollten wir uns unserer Schwächen bewusst sein und sie ehrlich in unsere Strategie, zu der wir jetzt kommen, einfließen lassen.

Bieten Sie Nutzen, unterscheiden Sie sich wirkungsvoll von anderen Bewerbern.

Sie haben sicher schon in einigen Unternehmen gearbeitet und einige von Ihnen haben bereits eine Strategie, einen Plan, wie sie ihre gesetzten Berufsziele erreichen können und wollen. Werden Sie in der Wirtschaft mit offenen Armen empfangen - prima. Oder haben Sie heißumkämpfte Wunschunternehmen oder Branchen als Ziel und fürchten das nächste Vorstellungsgespräch?

Dann gibt es genau eine Lösung, um den harten Wettbewerb zu umgehen: Aus der Masse aufzutauchen: Unterscheiden Sie sich klar und eindeutig von anderen. Wie unterscheiden wir uns nun aber von anderen? Schon in der Bewerbung und dann nach einer Einladung während des Vorstellungsgespräches in der Personalabteilung - womöglich auf Englisch?

Wir unterscheiden uns in unserer Darstellung, aber auch durch unsere individuelle Strategie. Ihre persönliche Strategie kann sich schon dadurch unterscheiden, dass Sie sich über Ihren eigenen Nutzen, den Sie einem Unternehmen bieten wollen, konkrete Gedanken machen. Wolfgang Mewes der bekannte Kybernetiker und Strategieforscher sagt:

“Ein Durchschnittsmensch, der sich auf den wirkungsvollsten Punkt konzentriert

wird erfolgreicher sein als ein Genie das sich verzettelt.”

Nur Laien bewerben sich nach dem Gießkannenprinzip,

sondern sie konzentrieren ihre Kräfte auf wenige oder ein Wunsch-Unternehmen (das Mitarbeiter/innen sucht) und bringen soviel wie möglich über dieses in Erfahrung. Produkte, Produktion, Organisation, soziale Ausrichtung, Anzahl der Mitarbeiter, Corporate Identity, Wirtschaftssituation usw. Ein guter Informationslieferant für Sie als Bewerber ist zum Beispiel die PR-Abteilung eines Unternehmens. Bahnen Sie vorher gezielt Kontakte an, nicht allein mit der Personalabteilung, sondern konkret dort, wo Bedarf entsteht. In den jeweiligen Unternehmensbereichen und Abteilungen.

Beruflich erfolgreiche Menschen, die ich kenne, haben nie irgendwo, in irgendeinem Unternehmen ihre Karriere begonnen, sondern immer dort, wo sie unbedingt hinwollten. Deshalb recherchieren wir, analysieren die Informationen und setzen die Ergebnisse in unsere Strategie um.

Die wichtigste Frage:

Warum will ich genau in diesem Unternehmen arbeiten? Die Antwort ist wichtig für uns, für unsere Überzeugungskraft für unsere Ausdauer, für unsere Bewerbung und - für unser Vorstellungsgespräch. Je mehr Informationen Sie haben, desto gezielter kann Ihre Strategie sein, desto überzeugender treten Sie auf und desto klarer wird den Personal- und Fachbereichsleitern  Ihr Nutzen für Sie selbst und das Unternehmen.

Und davon profitieren letztendlich Sie persönlich. Bringe optimalen Nutzen und profitiere davon. Ziel: Mache dich durch deine Stärken unersetzlich. Die meisten Menschen denken, die berufliche Qualifikation sei das Entscheidende für die Karriere. Manager und Führungskräfte sind meist beruflich nicht wesentlich qualifizierter als ihre Mitarbeiter.

Der Unterschied ist aber, dass sie manche Informationen aufnehmen, die andere nicht wahrnehmen, dass sie diese aus einem anderen Blickwinkel betrachten, sie anders geistig verarbeiten und strukturieren und danach andere Prioritäten setzen. Das alles hat nichts mit beruflicher Qualifikation zu tun. Sie nutzen und entwickeln ihre Soft Skills, ihre Stärken. Und sie entwickeln eine Strategie, wie sie etwas wo mit wem zu welcher Zeit realisieren wollen. Andere denken in der Zwischenzeit fünfzehn Mal an Pause und dreiundzwanzig Mal an Feierabend.

Haben Sie den Job, der Ihren Stärken entspricht, machen Sie ihn so gerne, dass Ihnen abends bis zum Feierabend die Zeit davonläuft. Entspricht er nicht wirklich Ihren Stärken, haben Sie abends zuviel Zeit bis zum Feierabend. Denn Sie haben weniger Freude daran, entwickeln sich nicht so wie es Ihnen lieb wäre. Dadurch sind Sie weniger erfolgreich und sehen Ihren Job einfach nur als Grundlage zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes. Das wäre schade, denn es geht auch anders, wenn Sie mit Strategie vorgehen.

Und wenn Sie - was den meisten Menschen fehlt - Ausdauer und Disziplin mitbringen. Rückschläge müssen immer wieder zu einem erneuten Versuchsstart führen. Es gibt selten direkte Wege, meist führen erst die Umwege zum Ziel. Es kostet meist Zeit, sich zum Lieblingsjob durchzukämpfen. Manchmal entwickeln Sie auf diesem Weg aber auch völlig neue Stärken. Nein, eigentlich waren sie schon da, schlummerten in Ihnen. Jetzt entdecken Sie sie.

Manche Menschen dachten 30 Jahre, sie seien sprachunbegabt. Während eines Konversationstrainings auf Englisch bemerken sie, dass es ihnen plötzlich Spaß macht, Englisch für den Job zu trainieren. Sie bemerken, dass sie jahrelang in der Schule zu theoretisch lernten, dass sie Spaßbremsen als Lehrer hatten oder welche, die sie demotivierten und ihnen einredeten, sie hätten grundsätzlich kein Talent, um Englisch sprechen zu können. Denkmuster mit 15 Jahren gelernt, noch mit 65 erinnert. Eingebrannt, unauslöschlich.

Es lohnt sich, diese eventuell noch vorhandenen, negativen Denkmuster zu überdenken. Stimmt das, was ich über mich denke tatsächlich? In den meisten Fällen stimmt es nicht. Die geistige Festplatte sollte an diesem Punkt gelöscht und neu bespielt wird. Notfalls erreichen dies Therapeuten erwiesenermaßen in wenigen Sitzungen.

Die Hirnforschung hat in den letzten 10 Jahren riesige Fortschritte erreicht. Dieser Punkt gehört zu so wichtigen gefühlsmäßig besetzen Themen, die unsere berufliche Qualifikation oft überschatten oder uns ablenken. Das Vorstellungsgespräch, das Assessment-Center, das Telefon-Interview auf Englisch oder das Einstellungsinterview mit dem italienischen Leiter ebenfalls auf Englisch.

Alle diese prüfungsähnlichen Situationen, in denen wir uns beweisen müssen, erfordern, dass wir nicht durch innere, warnende Stimmen gebremst werden, sondern dass wir uns aktiv und progressiv und optimistisch verhalten.

Fragt mich als Bewerber ein Personalleiter: “Haben Sie Sozialkompetenz?”

Da sage ich doch gerne und schnell mal “JA”! Gemeint ist aber, wirklich verstehen und verstanden zu werden - zu informieren, Meinungen offen zu vertreten und dabei die Persönlichkeit des Gesprächspartners zu berücksichtigen. Aber: Um wirklich verstehen zu können, muss man auch zuhören können. Fast jeder Bewerber behauptet dies von sich, nur wenigen gelingt es tatsächlich, sich so in eine andere Person hinein zu versetzen und sich so auszudrücken, dass diese genau das versteht was man meint.

Jeder Mensch sieht die Welt durch seine persönliche Brille, jeder Mensch erlebt Situationen und Fakten anders. Wann zeigt sich dies? In schwierigen und heiklen Gesprächsphasen zeigt sich, ob wir sozial sensibel sind, Einfühlungsvermögen haben, empathisch nachvollziehen können, was der Gesprächspartner fühlt. Vielleicht sagen Sie nun: “Im Vorstellungsgespräch und erst recht danach im Job geht es um Fakten, Leistungen, Erfahrung, Wissen und Können und nicht um Gefühle!”

Die Hirnforschung weiß aber seit langem, dass Entscheidungen zu mehr als 70% intuitiv, also durch unsere Gefühle gesteuert, getroffen werden. Je nach Typ, Geschlecht und  Alter mag es geringfügige Unterschiede geben. Interessant, dass intuitiv getroffene Entscheidungen gerade von Menschen, die behaupten aufgrund der Sachlage, der Fakten, so entschieden zu haben, diese Entscheidung nachher mit Fakten zu rechtfertigen versuchen.

Typisches Beispiel ist der Kauf eines Nobelautos aus Statusgründen, also eindeutig gefühlgesteuert, für den man später händeringend einen vernünftigen Grund sucht, wie Wirtschaftlichkeit oder Sicherheit.

Bemängele ich beispielsweise das Verhalten eines Mitarbeiters, zähle banal seine fehlenden Kenntnisse auf, verfehle ich mein Ziel. Die Kritik wird überhört, der Mitarbeiter ist beleidigt. Die Möglichkeit auf Verbesserung habe ich verspielt. „Wie verpacke ich die Kritik also menschlich verträglich so, dass sie positiv aufgenommen wird und somit produktiv wirken kann? Wichtig in der Alltagskommunikation ist also nicht so sehr WAS gesagt wird, sondern Wie es gesagt wird.

Beim “wie" entscheidet sich, ob Ihr Vorschlag, Ihre vielleicht geniale Idee, Ihr Wunsch vom Gesprächspartner akzeptiert wird. Freundlichkeit wird heute oft mit Einschleimen verwechselt. Schade. Wer unter diesem Einschleim-Problem leidet, hat es natürlich schwerer als andere.

Manche Menschen wundern sich bis ins hohe Alter, warum immer nur sie Probleme haben, obwohl sie immer ehrlich sind und deshalb zu jedem
„Du Depp" sagen. Ein „Hallo, wie geht's!" wäre ihm schon zu angepasst und heuchlerisch.

Selbst in Vorstellungsgesprächen erlebt man immer wieder veränderte Verhaltensweisen in diese Richtung bei manchen Bewerbern, die leider ohne entsprechende positive Vorbilder aufwuchsen und entsprechendes Sozialverhalten für die Unternehmenskultur erst noch lernen müssen oder aber unvermittelbar und selbst verschuldet chancenlos bleiben.

Fortsetzung: “Was hört der Mensch am liebsten?” Genau! Lob.

Soft Skills

Sie kennen Soft Skills? Das sind Eigenschaften, die nichts mit Ihrem Wissen und Ihrer beruflichen Qualifikation zu tun haben und deshalb von Bewerbern regelmäßig unterschätzt werden.

Viele Männer wissen gar nicht, dass es sie gibt. Fragen wir danach in unseren Englischkursen für das Vorstellungsgespräch oder in Bewerbungsseminaren, sehen wir oft in erstaunte Gesichter. Nennen wir dann die zwanzig bis dreißig wichtigsten persönlichen Eigenschaften, sagen sie  “Ach so!” und möchten enttäuscht über diese unbedeutende Nebensächlichkeit lieber zu Themen wechseln, die schnellen Erfolg bringen. Dabei erreicht man Erfolg schneller, wenn man diese persönlichen Eigenschaften kennt und das Wissen auch konsequent einsetzt. 

Frauen kennen übrigens Soft Skills viel besser und setzen sie wesentlich effektiver ein (wörtlich übersetzt, “die weichen, also die persönlichen Fähigkeiten”, Hard Skills sind dagegen Wissen und Qualifikation). In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass das englische Fachvokabular unseres Jobs sinnvollerweise durch Karriere- oder Vorstellungsgespräch-Englisch-Vokabular ergänzt werden sollte.

Viele  Begriffe das Karriere- oder Vorstellungsgespräch-Englisch benötigen wir das ganze Jahr nicht. Aber dann, wenn wir es brauchen, wenn es um einen neuen Job geht, ist diese Vokabular nicht vorhanden oder es gibt mangels Training keinen Zugriff. “Access denied”, sagt dann unser Großhirn.

Karriere- oder Vorstellungsgespräch-Englisch benötigen wir während eines Vorstellungsgespräches in Englisch, um über unser Gehalt, die Konditionen, über das Unternehmen selbst, unsere Qualifikation und überzeugend über unsere Stärken sprechen zu können. “Karriere-Englisch” hilft uns auch, unsere Schwächen glaubhaft zu entkräften, so dass sie für den Personalentscheider nicht negativ wirken.

Viele englische Wörter, die Sie während Ihres Arbeitstages nicht benötigen, sondern erst dann, wenn Sie sich sprachlich gegen andere Bewerber behaupten möchten, wenn Sie überzeugen möchten, wenn Sie Mitarbeiter dieses Unternehmens werden möchten.

Das Problem ist, dass viele Menschen Soft Skills wenig Bedeutung beimessen, Personalverantwortliche dagegen aber sehr viel. Kennen Sie alle Soft Skills und gleichen sie mit den eigenen ab, können Sie Ihre Charaktereigenschaften und Fähigkeiten wesentlich besser, klarer, intensiver und überzeugender darstellen, als wenn Sie lediglich wenig glaubhaft sagen: “Ich bin pünktlich, zuverlässig und Antialkoholiker.” Wie Sie sich sicher bereits denken: Diese und einige weitere Eigenschaften erwartet man von vornherein, sie sind selbstverständlich.

Soft Skills interessieren nicht nur den Personalentscheider, sondern auch den Fachgebietsleiter. Beide möchten wissen - manchmal auf Englisch - inwieweit Sie sich in die bestehenden Strukturen integrieren lassen. Sie haben ähnliche berufliche Qualifikationen wie Ihre Mitbewerber, Sie haben eine vergleichbar lange Berufserfahrung, vielleicht sprechen Sie sogar ähnlich gut oder schlecht Englisch. Vielleicht haben Sie aber die besseren organisatorischen Fähigkeiten, denken strukturierter oder Ihr analytisches Denken ist ausgeprägter. Letzteres gehört heute zu den gefragtesten Eigenschaften im Beruf. Bingo. Aber nur Bingo, wenn Sie dies beiläufig aber überzeugend mit jobrelevanten Beispielen, anhand von  Aufgabenlösungen darstellen können.

Ein anderer Mitarbeiter benötigt für sein Team soziale Sensibilität, um es zu Höchstleistungen zu bringen. Es kommt auf die Branche an, auf die Abteilung, die Zusammensetzung der Mitarbeiter, auf die Unternehmenskultur, die Unternehmensphilosophie und die Unternehmensleitung, die durchaus gewisse Soft Skills anzieht, fördert oder abstößt.

Möchte das Unternehmen expandieren, entwickelt es neue innovative Produkte oder Leistungen, ist in manchen Stellenbeschreibungen  auch schon mal Risikobereitschaft gefragt, bei der nächsten sollte man sich hüten, dies als besondere Eigenschaft zu preisen. Im Vordergrund stehen selbstverständlich Leistungsbereitschaft, immer wieder Belastbarkeit oder ganzheitliches Denkvermögen.

Immer mehr zum Problem entwickelt sich in den letzten Jahren die mangelnde Kritikfähigkeit. Fürchtete man vor einigen Jahren Kritik, egal in welcher Form, explodiert der Mitarbeiter heute schon mal, bricht das Vorstellungsgespräch ab und geht nach Hause. Es ist eine Grundanforderung, dass der neue Bewerber unternehmenskompatibel ist, Tipps und  Anregungen annimmt, ohne gleich darauf den Therapeuten aufsuchen zu müssen. Kurz: Soft Skills sind WICHTIG.

Künftig gelten vor allem Soft Skills als die kritischsten Faktoren für Einstellung und späteren Erfolg. In Hochschulen werden Sie bisher kaum und erst jetzt zaghaft vermittelt. Schwachpunkt noch immer: Gelernt heißt nicht gelebt. Auch Soft Skills sind Fähigkeiten, die trainiert werden müssen, damit sie spontan abrufbar sind, ähnlich wie Sportarten oder sprachliche Fähigkeiten, wie sicher und gut Englisch zu sprechen.

Ihre fachliche Qualifikation ist OK. Wie beurteilen Sie die Qualifikation Ihrer Persönlichkeit? Nach aktuellen Studien, die in Unternehmen durchgeführt wurden, sind Soft Skills wie Kommunikationsbereitschaft, Eigenmotivation und Teamfähigkeit die Schlüsselqualifikationen.Stärken also, die nicht auf dem Papier stehen. Früher legten Personalchefs Wert auf fachliche Qualifikation, heute ist es die individuelle Persönlichkeit der Bewerber/innen.

Warum? Nur wenn 100 Mitarbeiter an einem Strick ziehen, sind auch 100, nämlich das ganze Unternehmen erfolgreich. Aber es reicht nicht, es ihnen zu sagen, sie müssen dazu fähig sein. Sind sie es nicht, arbeiten 100 hochqualifizierte Mitarbeiter aufgrund mangelnder sozialer Fähigkeiten gegeneinander oder ziehen - bildhaft - nebeneinander an 100 verschiedenen Stricken.

Sie müssen nicht weinen, wenn es um Heart-Skills geht. Oder vielleicht doch, wenn Ihr IQ in ungünstigem Missverhältnis zur emotionalen Intelligenz steht. Denn die wird in Unternehmen immer wesentlicher. Groteske Entwicklung: Der Bedarf nimmt zu, das Angebot ab. Warum? Weil mehr und mehr Menschen heute soziale Fähigkeiten fehlen, weil sie ihnen nicht vermittelt, nicht vorgelebt wurden und sie sie deshalb nicht lernten.

Tatort Bewerbungsgespräch: Beobachten Sie Bewerber/innen, die ihr Wissen, ihre Qualifikation unter Beweis gestellt haben. Fragen Sie sie nach ihren Soft Skills, lehnen diese sich entspannt zurück als ob das heikelste Thema bereits hinter ihnen läge. Tatsächlich liegt es aber vor ihnen.

Man geht davon aus, Fähigkeiten zu haben, über die man tatsächlich gar nicht verfügt. Jemand nennt sich belastbar und weint drei Tage später wegen eines dummen Missverständnisses, weil er den Anforderungen nicht gewachsen ist. Wichtig ist es auf beiden Seiten während eines Vorstellungsgespräches leere Worthülsen und Phrasen zu vermeiden.

Das fällt erfahrenen Personalern an Hunderten von Signalen auf, die Sie aussenden. Im Bewerbungsschreiben, im Telefongespräch, beim Bewerbungstermin. Aber: Auch emotionale Intelligenz, Soft Skills können wir lernen und trainieren.

Autor: Harald Schneider (copyright Harald Schneider, vorstellungsgespraech-in-englisch.de)