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Sicheres Auftreten im Vorstellungsgespräch auf Englisch.

Immer wieder fragen uns Teilnehmer während unserer Vorstellungsgespräch-Simulationen auf Englisch: Welche Kleidung ziehe ich zum Vorstellungsgespräch an?

Unzählige Tipps gibt es zu diesem Thema. Die Antwort ist einfach und orientiert sich nicht an Details, Styles und der Mode. Die Frage ist also nicht Kleid oder Hose, Jeans oder Anzughose, Flip-Flops oder Highheels, sondern: Wen besuche ich, wen will ich überzeugen?

Der Teil unseres Gehirns, das in Jahrtausenden geprägte "Reptiliengehirn" ist unter anderem mit einer” Freund-Feind-Erkennung” ausgestattet und unterscheidet intuitiv und blitzschnell, ob wir Freund oder Feind sind, sympathisch oder unsympathisch. In  den ersten wenigen Sekunden wird also klarer, ob Sie - allein aufgrund Ihrer Erscheinung - als geeignet erscheinen oder nicht. Ohne Ansehen Ihrer Qualifikation ist auch dieser Effekt sehr wesentlich, da unwillkürlich, intuitiv, ohne gute oder böse Absicht. Es ist ein Eindruck.

Sie kennen die Freund-Feind-Erkennung von sich selbst. Wenn Sie jemanden das erste Mal sehen, klassifizieren Sie ihn in Freund oder Feind, dann in sympathisch oder unsympathisch. Vollautomatisch, intuitiv, ohne dass Sie etwas dagegen tun können. Sie stecken die Person in eine Ihrer gedanklichen Schubladen, die Vorurteils-Schublade. Das ist völlig ok, denn nach kurzer Kennenlern-Phase schalten wir den rational denkenden Teil unseres Stammhirns hinzu und bauen die Vorurteile nach und nach ab. Sobald wir erkennen, dass keine Gefahr von dieser Person ausgeht. Nun geht es an die Details:

Sieht der andere, noch Fremde, ähnlich aus wie ich selbst, akzeptiere ich ihn, sieht er anders aus, bin ich misstrauisch. Mit beeinflusst vom Intellekt, Erfahrungen, Toleranzbereich. Das Gehirn entscheidet intuitiv, schnell und für den jeweiligen Entscheider passend und glaubhaft.  Bewerberinnen empfinden dies oft als ungerecht, da sie ihre Qualifikation als entscheidend sehen, jedoch die soziale Komponente gerne vernachlässigen. Sie ist aber entscheidender.

Selbst wenn der Entscheider-Verstand sagt, entscheide dich für den Bewerber mit den Flip-Flops aufgrund seiner guten Qualifikation, entscheidet die Intuition dagegen. Man sollte als Bewerber bedenken, dass Personalentscheider auch ihren Kollegen gegenüber Rechenschaft schuldig ist, welchen "Vogel" sie sich denn als neuen Mitarbeiter eingefangen haben.

Personalentscheider erleben Bewerber als zum Unternehmen passend, als sympathisch oder eben beides nicht. In ihrer Vorstellung projizieren sie den den Bewerber in Meetingsituationen, in Gespräche mit Kunden und Partnern und englischsprachigen Führungskräften und sehen deren bereits typische,  bekannte, voraussehbare  Reaktionen auf den Bewerber, den späteren Mitarbeiter.

Wir verkaufen nicht unsere Seele oder unsere Persönlichkeit, wenn wir uns anpassen. Anpassungsfähigkeit hilft uns zu überleben. Wo ist das Problem? Im Winter gefährden wir auch nicht unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit, indem wir in Badekleidung durch die Stadt laufen. Unpassend weil unsinnig. In den Pool dagegen springen wir meist nicht mit voller Wintermontur.

Anpassen ist gut, dort wo es Sinn ergibt und hat nichts damit zu tun, sich zu verstellen, nicht authentisch zu sein. Es gibt andere Möglichkeiten, unsere Kreativität, unsere Individualität unsere Persönlichkeit zu zeigen, ohne andere im ersten Augenblick zu erschrecken oder zu verunsichern. Das Unternehmen angepasst - mit passender Kleidung - zum Vorstellungsgespräch zu besuchen, ist auch eine Frage des gegenseitigen Respekts.

Wer hat schon einmal einen Personalleiter gesehen, der Bewerber in Bademantel und Flip-Flops empfängt? Auch Personalleiter/innen zeigen Respekt gegenüber den Bewerbern und kleiden sich  angepasst und empfinden es nicht als Show.

Nach wie vor gilt:  Der erste Eindruck entscheidet. Dieses Naturgesetz ist evolutionsbedingt im Gehirn verankert und lässt sich weder ändern noch mit launigen Sprüchen wegreden.

Wie sehen die künftigen Kollegen nun aber aus? Können Sie es nicht über Fotos auf der Website des Unternehmens herausfinden, hilft ganz einfach ein vorheriger Besuch im Unternehmen. Positiver Nebeneffekt: Das Unternehmen erscheint Ihnen beim Vorstellunsgespräch vertrauter und hilft den üblichen Vostellungsgespräch-Stress etwas zu mindern, da eine unbekannte Komponente entfällt.

Was Personalleiter bei Bewerbern vergleichsweise oft negativ auffällt:

“Englisch in Wort und Schrift”. Wird, wie bei den meisten Stellenbeschreibungen, Englisch in Wort und Schrift oder gar verhandlungssicheres Englisch genannt, schreiben Bewerber/innen dreist, dass sie Englisch in Wort und Schrift beherrschen oder sogar, dass sie verhandlungssicher Englisch sprechen. In der Praxis trifft dies jedoch meist gar nicht zu.

Die meisten haben nur Schul-Englischkenntnisse, Realschulabschluss oder Abitur, bearbeiten zwar E-Mails, Briefe und Dokumente auf Englisch, was den Bereich Schriftenglisch abdeckt, jedoch nicht das immer wichtiger werdende sichere Sprechen auf Englisch.

Hierbei müssen Sachverhalte, Situationen, Vorgänge und Zusammenhänge auf Englisch dargestellt werden. Auch die Fähigkeit, Fragen auf Englisch richtig stellen zu können, ist grundlegend wichtig.

Der Bewerber sollte Probleme und Lösungen auf Englisch entwickeln und nennen können und je nach Fachgebiet oder Branche andere Aufgaben mehr. Dies, ohne zu zögern und gewissermaßen nebenbei, nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch am Telefon, in der Telefonkonferenzschaltung, im Meeting, auf der Messe und in der Videokonferenz. Nebenbei, weil der Fokus nicht auf dem Übersetzungs-Job liegt, sondern bei der Tätigkeit, für die sie eingestellt wurden.

Das alles passiert nicht nur irgendwelchen Mitarbeitern in irgendwelchen Büros, sondern bis hinunter in die Werkshallen, wo sich zum Beispiel Mitarbeiter mit Kollegen in Polen auf Englisch verständigen. Outsourcing verlagert ganze Abteilungen ins Ausland.

Sprechen sie nicht indisch, freuen sie sich, wenn der IT-Spezialist “nur” Englisch mit ihnen spricht. Buchhaltung in der Ukraine? Ein ähnliche Herausforderung. Mein schönes deutsches Unternehmen plötzlich verkauft? Neues Management? Unternehmenssprache plötzlich Englisch? Kein Problem für die, die rechtzeitig nicht nur Englisch lernten, sondern aktiv das Sprechen auf Englisch trainierten. Englisch sprechen zu können ist kein Sahnehäubchen mehr, sondern Basisfähigkeit, Schlüsselqualifikation wie der Führerschein.

Qualifikationen, Berufserfahrung, persönliche Stärken verpuffen nutzlos, bringen niemandem einen Nutzen, wenn sich Bewerber/innen mit immer weniger Menschen verständigen können. Wie soll der Mitarbeiter seine Kompetenz vermitteln, mit wackeligem Urlaubsenglisch?

Nachvollziehbar, dass die Einstellungs-Chance gegen Null sinkt, wenn der englischsprachliche Teil des Vorstellungsgespräches hier große Schwächen erkennen lässt.

Wechseln Personalleiter dann während des Vorstellungsgespräches spontan ins Englische, heißt es dann oft seitens des Bewerbers unwillig bis entsetzt:  “Muss ich jetzt Englisch sprechen?” Englisch sprechen zu können, ist für diese Position normal. Genau deshalb wurde diese Fähigkeit auch genau so in die Stellenbeschreibung aufgenommen. Die Bewerber sind dann meist sehr unsicher und haben diesen Punkt leichtfertig unterschätzt.

Offenbar haben sie sich während ihrer bisherigen Tätigkeit zu wenig mit dem Wandel in der Geschäftswelt befasst. Andere Bewerber sagen so nebenbei, dass sie sich nicht auf ein Gespräch auf Englisch vorbereitet hätten, andere sprechen Englisch sehr stockend. Unabhängig von ihrer sonst guten Qualifikation, ist eine Einstellung dann nicht denkbar, da die Mitarbeiter, je nach Abteilung,  täglich mit Mitarbeitern anderer Unternehmen, mit Kollegen, Kunden und Partnern sprechen und telefonieren - auf Englisch.

Tipp: Wenn Bewerber genau den Job in einem bestimmten Unternehmen tatsächlich haben und sich gegen andere Bewerber/innen durchsetzen möchten, ist Vorbereitung auf mehreren Ebenen ein Voraussetzung. Inhaltlich, indem sie alle relevante Informationen über das Unternehmen in Erfahrung bringen, sich diese merken, aktiv trainieren und, indem sie sich inhaltlich und englischsprachlich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten. So dass sie im Vorstellungsgespräch überzeugen - in Deutsch und Englisch.

Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit funktioniert nicht.

Autorin: Anabel Christian, Master of Education (English, Economy, Psychology)

Seien wir mal ganz ehrlich…

Ein Bewerbungsgespräch ist für niemanden eine einfache, durchweg positive Aufgabe. Wie stelle ich mich am besten vor? Was ist wichtig, was ist unwichtig? Was ziehe ich an? Bin ich ausreichend vorbereitet?

Ein immenser Druck baut sich auf,

und je näher der eigentliche Termin rückt, desto unsicherer wird man. Man kann sich wahrscheinlich kaum vorstellen, welch unangenehme Situationen sich aus unzureichenden Englischkenntnissen ergeben können.

Es ist eine statistisch bewiesene Tatsache, dass Englisch in der heutigen Arbeitswelt immer essentieller wird. Die meisten Unternehmen fragen den von Ihnen in den Bewerbungsunterlagen angegebenen Wissensstand auch tatsächlich ab.

Verhandlungssicheres Englisch heißt nun mal nicht,

dass ich mir im Urlaub ein Bier bestellen kann. Diese Einstellung entspricht jedoch genau unserem Stereotyp A: Ein mittelalter, relativ erfahrener, schon einmal in einem internationalen Unternehmen tätig gewesener Arbeitnehmer, mit einer Tendenz zur Selbstüberschätzung. Seine Strategie ist die sich selbst motivierende und aufbauende sowie gleichzeitig entscheidende Situationen herunterspielende Überzeugung und Handlungsweise. „Was soll denn schon passieren“, denkt sich dieser.

Lieber Stereotyp A: Leider irren Sie hier.

Personaler, Supervisoren, Englischlehrer und viele andere „vom Fach“ durchschauen Sie sofort. Der vor dem Gespräch noch so unglaublich selbstbewusste Bewerber verlässt den Ort des Geschehens nun eher „klein mit Hut“. Er ist jetzt zwar um eine Erfahrung reicher - aber sicherlich nicht um einen neuen Arbeitsvertrag.

Hinter Stereotyp A reiht sich Stereotyp B ein:

Ein meist etwas jüngerer, noch relativ unerfahrener, tendenziell perfektionistisch veranlagter Bewerber. Natürlich bereitet dieser sich akribisch auf das Gespräch vor, und sein Englisch könnte man an und für sich als durchaus passabel bezeichnen.

Soweit die Theorie. Nicht selten machen diesem jedoch in der Praxis urplötzlich auftretende Sprachhemmungen, unangebrachte Wortfindungsstörungen sowie die schleichende Panik, „von jetzt auf gleich“ vom Deutschen ins Englische wechseln zu müssen, ein souveränes und professionelles Auftreten schier unmöglich. Stereotyp B verliert die Kontrolle. Keine Spur mehr von Souveränität und Professionalität.

Bereits in der Nacht vor dem „großen Tag“

ist an einen ruhigen und wohltuenden Schlaf nicht zu denken. Auf dem Weg zum Gespräch steigt mehr und mehr ein Gefühl der Unsicherheit und Beklemmung in einem auf, und spätestens zwei Minuten vor Beginn sitzt man schweißgebadet und mit zittrigen Knien vor dem Raum und wartet, bis man aufgerufen wird.

Weshalb ergeht es unzähligen Bewerbern tagtäglich so oder ganz ähnlich? 

Nun, wir Menschen tendieren im Allgemeinen bekanntlich zu Routinen und Sicherheiten. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, lehrt uns ein Sprichwort. Fällt etwas aus dem gewohnten Rahmen, so kann dies viele Individuen, so wie unsere beiden Stereotypen A und B, völlig aus der Fassung bringen.

Wir stellen fest, dass Gewohnheit und Routine das A und O für ein wirklich selbstsicheres und professionelles Auftreten in solch „außerordentlichen“ Situationen bilden. Was es dazu braucht, ist Übung; am besten unter professioneller, fachlicher Anleitung. Das „Ungewohnte“ zum „Gewohnten“ machen.

Warum also setzt man sich dennoch oft lieber diesem „inneren Martyrium” ...

vor einem Bewerbungsgespräch aus, als sich rechtzeitig davor die notwendigen Voraussetzungen angeeignet zu haben? Ist es auch hier die Angst vor Neuem, wie zum Beispiel vor der Teilnahme an einem vorbereitenden Training? Oder liegt es vielleicht noch mehr an dem allseits bekannten inneren Schweinehund, den es wie fast immer zu überwinden gilt? Weil man eben doch lieber gemütlich zuhause vor dem Fernseher sitzt?

Im Laufe eines Lebens muss jeder von uns unzählige Entscheidungen treffen, und viele davon fallen uns nicht immer leicht. In diesem Fall müsste die richtige Wahl jedoch auf der Hand liegen….

Ein Beitrag von  Anabel Christian, Master of Education (English, Economy, Psychology)

.E-Mail oder Telefon 0 67 21- 99 57 09

Assessment-Center auf Englisch

Einer unserer Teilnehmer erzählte vor kurzem in der Trainingspause, wie er sich direkt nach dem Studium als Maschinenbauer auf sein erstes Vorstellungsgespräch vorbereitete. Auch damals wurden zumindest  theoretische Englischkenntnisse von seinem ersten Arbeitgeber verlangt.

Mit Christopher, einem anderen Studenten, zweisprachig in Deutschland aufgewachsen, verabredete er sich zu einigen Trainingsstunden. Der geeignete “Sparringspartner?” Da beide bisher keine Vorstellungsgespräche kannten, sprachen sie zwar Englisch. Vermutungen und Gehörtes bestimmten die Inhalte.

Unser Teilnehmer hatte Glück,

dass es dem Personalchef damals nur auf gutes Schriftenglisch ankam. Alles passte und so hatte er den Job. Einige Jahre später bewarb er sich bei einem deutschen Unternehmen mit Kunden in Nord- und Südamerika, Asien und Europa. Für das Vorstellungsgespräch bereitete er sich diesmal in einer Sprachschule vor. Englischkurs, Schwerpunkt Beruf.

Der Lehrer, der tagsüber Oberstufenklassen einer öffentlichen Schule unterrichtete, war im Nebenjob Businessenglish-Lehrer. Gelernt wurde klassisch mit Buch, gesprochen wenig. War er selbst verhindert, improvisierte ein australischer Student, der 3 Monate in Deutschland als Trainer jobbte.

Keiner der beiden Lehrer hatte je in einem Unternehmen gearbeitet.

Keiner wußte, welche typischen Abläufe, allgemeine Regeln, ja wie Menschen sich in einem Unternehmen verhalten. “Learning by fantasy” gewissermaßen. Beide hatten vorher nie ein eigenes Vorstellungsgespräch  persönlich erlebt und keinerlei Erfahrung, auf was es dabei ankommt, welche Anforderungen Personalleiter heute tatsächlich stellen.

Während des Kurses wurden dem jungen Machinenbauer die Auswirkungen des Englischkurses gar nicht bewusst. Alle lernten brav Businessenglish. Mangels eigener Erfahrung gab es weder praktische Trainer-Tipps noch Vorstellungsgespräch-Anekdoten für kurze Entspannungsmomente während eines solchen Trainings. Trockener Unterricht eben.

Das anschließende Vorstellungsgepräch

verlief zunächst sehr zufrieden stellend. Danach wurde er zu einem zweitägigen Assessment-Center eingeladen. Wer einmal an einer solchen Veranstaltung teilgenommen hat, weiß, dass hier  vorgegebene Aufgaben und Probleme gelöst werden sollen unter weitgehend realitätsnahen Bedingungen . Einige davon löst jeder einzeln, andere erledigt das Team gemeinsam. Wer ist am teamfähigsten, wer hat Führungsqualitäten? Sehr aufschlussreich für die Teamleiter des neuen Unternehmens.

Das Ganze soll auf Englisch stattfinden, komplett.

Erst allgemeine Erheiterung, da es für einen Scherz gehalten wird. Dann Beklemmung. Der Leiter erklärt: Schließlich habe man ja zu mehr als 90% englischsprachige Kunden.

Das Businessenglish seines guten Englischlehrers gemischt mit dem australischem Englisch des Austauschstudenten war jetzt wie aus einer anderen Welt. Noch immer fehlte ihm die Sprechpraxis (Früher dachte man wohl, wer Englisch theoretisch gelernt hat, kann es automatisch auch sprechen).

Der praxisferne Englischunterricht wurde ihm bei diesem Assessment-Center zum Verhängnis.

Da er die ihm gestellten Aufgaben zwar aufgrund seiner Qualifikation sachlich hätte lösen können , jedoch nicht englischsprachlich darstellen konnte, überzeugte er keinen der Teamleiter und erhielt den Job nicht.

Danach hatte er viele Jahre einen Job, in dem er während seiner Tätigkeit kontinuierlich seine Sprechpraxis aufbauen konnte. Für das jetzt anstehende Interview erscheint ihm das aber wieder nicht speziell genug.

Karriereenglisch ist etwas anderes als das immer wieder ähnlich genutzte Fachenglisch. Jetzt gilt es für ihn, spontan zu sein, sicher zu sprechen. Selbst Fragen stellen zu können, genau das Vokabular sicher abzurufen, das man nur im Vorstellungsgespräch braucht.

Sein Fazit:

In einem nur wenige Tage dauernden Englischtraining für das Vorstellungsgespräch kommt es unbedingt darauf an, dass gezielt und strukturiert trainiert wird, ganztägig Englisch zu sprechen.

Typische Situationen sollten vorweg genommen und aktiv immer wieder trainiert werden. Dadurch werden unangenehme Überraschungen während des Vorstellungsgespräches minimiert, da Trainierte auch spontan sprachlich  flexibel auf unerwartete Situationen reagieren. Durch Übung werden Sätze zur Routine und dadurch dann intuitiv sinnvoll genutzt.

Tipp: Die Trainer sollten auslandserfahrene Praktiker oder berufserfahrene Muttersprachler sein, alle darauf spezialisiert, in Zusammenarbeit mit Personalentscheidern/HR immer konsequent am Thema zu sein. Praktiker für das Vorstellungsgespräch, das Einstellungs-Interview, das Telefon-Interview oder das Assessment-Center.

Die Geschichte des Teilnehmers eines Englischkurses,  “Sprachlich fit ins Vorstellungsgespräch”, 2008,  nacherzählt von Harald Schneider.

Fortsetzung: “Was hört der Mensch am liebsten?” Genau! Lob.

Ja - er giert förmlich danach. Wie oft aber wird gelobt? Überlegen Sie einmal, wann Sie das letzte Mal gelobt wurden?! Oder — wann Sie selbst das letzte Mal jemanden gelobt haben?

Den Menschen, die Sie loben, werden Sie immer willkommen sein. Sie freuen sich schon auf Sie. Klar - positive Gefühle suchen wir auf, negative vermeiden wir. Genetisch einprogrammiert und niemand kann sich dem entziehen. Ehrlich sollte das Lob aber immer sein. Gibt es immer Anlässe? - Wenn Sie kreativ sind, JA.

Selbst Chefs und sogar Akademiker freuen sich über ein offenes, spontanes Lob und sei es nur wegen der heute so chicen Krawatte, auch wenn sie es als „Kopfmenschen" meist lieber nicht zugeben, dass ihnen der Grund des Lobes gefällt, verbessert es das Arbeitsklima.

Eine mir bekannte Projektleiterin eines weltweit operierenden amerikanischen Unternehmens sagte kürzlich nach Durchführung eines Projektes, das unter Zeitdruck und viel Mitarbeiterengagement beendet wurde, zu Ihrem Vorgesetzten: „Jetzt müssen Sie die Leute aber auch mal richtig loben!"

Daraufhin ging dieser in das Großraumbüro bedankte sich, lobte alle und sagte dann meiner Bekannten: Vielen Dank, dass Sie mich erinnerten, daran denke ich nie, obwohl ich eigentlich weiß, wie wichtig es ist . Was Ihnen selbst unwichtig erscheint, kann für Ihren Gesprächspartner sehr wichtig sein und umgekehrt. Auch daran zu denken, bedeutet Einfühlungsvermögen.

Gerade während eines Vorstellungsgespräches oder des Job-Interviews auf Englisch gibt es viele Möglichkeiten, die Anwesenden oder das Unternehmen in seiner Gesamtheit zu loben. Lob bedeutet nicht immer etwas Besonderes hervorzuheben. Lob kann auch sein, wenn ich etwas, für andere Menschen völlig normales, aus meiner Sicht positiv beschreibe. Das offene Fenster bedeutet nun mal für einen Menschen unangenehme Kälte und für den den nächsten Frischluft pur.

Ein ernsthafter Interessent, Bewerber für eine Festanstellung versucht so viele Informationen wie möglich zu erhalten. Es gibt Bewerber, die mehr Allgemein-Informationen über ein Unternehmen haben als ein Mitarbeiter, der bereits 8 Jahre im Unternehmen tätig ist. Als Bewerber/in haben Sie nicht nur ein hohes Detailwissen, das überzeugend wirkt und ist, sondern Sie sammeln auch intuitive Pluspunkte. Wer soviel über das Unternehmen weiß, gehört fast schon dazu. Er wird auch als sympatischer empfunden. Ein ebenso qualifizierter Mitbewerber, der “nur” fachlich gut und qualifiziert ist, hat eindeutig weniger Chancen.

Sie kennen die Unternehmensphilosophie, wissen wie aktiv das Unternehmen im Umweltschutz ist, haben die letzte positive Stellungnahme in der Zeitung recherchiert, auch die vor drei Jahren, die der Fachbereichsleiter nicht kennt oder die er schon wieder vergessen hat. Sie kennen die neuesten Planungen, die veröffentlicht wurden und wer das Unternehmen wann auszeichnete. Das beeindruckt und bringt Sie Ihrem Ziel näher. Weitere Pluspunkt für Sie: Wenn Sie selbst viel über das Unternehmen wissen, können Sie sich für das Vorstellungsgespräch auf Englisch gezielter darauf vorbereiten. Auch wenn Sie selbstverständlich dabei auch zu fachlichen Themen und zu Ihrer Qualifikation Stellung nehmen sollen,

Denken Sie wieder daran: Wer fragt, der führt. Darüber hinaus ist es cleverer, dass Sie Ihr Wissen in Fragen verpacken, um nicht besserwisserisch zu wirken, wenn Sie womöglich mehr Details kennen als das Stammpersonal. Das klingt übertrieben, ist es aber nicht. Da Sie sich strategisch gezielt informierten, wissen Sie mehr als die, die im Unternehmen in Arbeit versinken, überlastet sind und weniger Zeit und weniger Interesse aufbieten als Sie.

Sie kennen das sicher: Bei einer Stadtbesichtigung wissen Sie und andere Touristen meist mehr über die Stadt und die berühmten Gebäude, als die Einwohner selbst, die bereits viele Jahre dort leben. Kein Wunder, da Sie kurz vorher viel darüber gelesen und sich gut informiert haben. Themen auf die Sie sich auf Englisch vorbereiten konnten, verkürzen einen Teil des Vorstellungsgespräches. Inhaltlich und sprachlich schwieriger wird es immer dann,  wenn der Bewerber im neuen Unternehmen zusätzlich oder grundsätzlich andere Aufgaben übernehmen soll als im bisherigen Unternehmen. Schnell ändert sich dann das Fachvokabular und man ist trotz Vorbereitung überrascht, welche Begriffe der Leiter der Abteilung verwendet, der über meine Einstellung mit entscheidet.

Handelt es sich um ein längeres Gespräch, während dessen Sie ein englisches Wort nicht verstehen, ist es besser die Bedeutung des Begriffs zu erfragen mit dem sofortigen Hinweis, das nötige Fachvokabular schnellstens zu “ergänzen”. Das ist besser als  das fehlende Wissen vertuschen zu wollen und Vokabular-Verständnis zu heucheln. Bitte nicht entschuldigen, dass Sie es nicht können. Entschuldigungen sind bei Vorstellungsgesprächen unpassend und meist nicht gern gesehen. Sie erwecken den  Anschein, hilflos, passiv, wenig engagiert zu sein. Gibt es Handlungsbedarf an irgend einer Stelle, sofort anbieten, dies auszugleichen. Das ist positiv, engagiert, motiviert und zukunftsorientiert.

Denken Sie manchmal über Ihr Verhalten anderen gegenüber nach?

Wir erhalten ständig Rückmeldungen von anderen Menschen, Freunden, Bekannten, im Beruf von Kollegen oder Vorgesetzten. Stimmt unser Selbstbild mit deren Wahrnehmungen überein? Ist das, was ich tue, ok?

Für mich vielleicht, aber wie empfinden es andere? Auch wenn wir uns selbst nicht überkritisch gegenüberstehen, ist unser Verhalten nicht immer nur gut und richtig. Mobbing, auf der Stelle treten oder Karriere? Suchen Sie es sich aus. Seien Sie bereit, lassen Sie sich anregen, bleiben Sie fähig zur kritischen Selbstwahrnehmung und ggf. zur Kursänderung.

Was entscheidet zu mehr als 80% Ihre berufliche Entwicklung? Wie Sie sich auf andere Menschen einstellen können. Inwieweit ist es Ihnen möglich, mit Kollegen unterschiedlichen Alters, Qualifikation und Mentalität die gleiche Wellenlänge zu finden?

Empathie gehört heute zu den wichtigsten Soft Skills, auf die Personalleiter und -Referenten heute achten. Achten Sie in Ihrem Vorstellungsgespräch auf Englisch darauf, durch Ihr Verhalten zu zeigen, dass Sie empathisch sind.

Anhand von praktischen Arbeitsbeispielen gelingt es einfach, nebenbei eigene empathische Reaktionen einfließen zu lassen. Wie bei allen anderen Soft Skills gilt auch hier: Es genügt nicht die Soft Skills beim Namen zu nennen, sondern glaubhaft zu vermitteln, dass man dies auch so praktiziert. Am Besten, Sie fangen gleich während des Vorstellungsgespräches auf Englisch mit der Beweisführung an und zeigen Ihre Persönlichkeit, indem Sie genau das tun und ausstrahlen von dem Sie sprechen.

Kennen Sie intelligente, hochqualifizierte aber unter Wert verkaufte Spezialisten?

Kennen Sie Menschen mit mittelmäßiger Qualifikation in Top-Positionen in Wirtschaft und Politik? Bestimmt viele. Mit fachlicher Mittelmäßigkeit in Spitzen-Positionen bedeutet: Gut kommunizieren zu können, soziale Fähigkeiten, also ausgeprägte Soft Skills zu besitzen und über ein gutes Netzwerk zu verfügen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Gerade als Unternehmer rate ich Ihnen: Entwickeln Sie Sozialkompetenz, entwickeln Sie die Fähigkeit, zuhören zu können. Sprechen ist leicht, zuhören sehr schwer. Wirtschaftlicher Erfolg wird immer mehr vom Sozialverhalten der Mitarbeiter gegenüber Kollegen, Chefs, Kunden und Geschäftspartner abhängen.

“Nicht ansprechen, ich arbeite” oder “Bitte Kontaktstärke zuschalten!” Gefragt ist: Fähigkeiten, Netzwerke und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Seien Sie offen, sprechen Sie mit anderen Menschen. Wem es schwer fällt - auch das können Sie gezielt trainieren. Wenn nicht bereits geschehen, fangen Sie jetzt an, bauen Sie sich ein Netzwerk auf. Pflegen sie diese Kontakte, gehen Sie in Vorleistung, damit Sie, wenn nötig, auf die Kooperation mit anderen zurückgreifen können. Auch dann, wenn es zunächst mühsam erscheint.

Allein im Team

Sind wir teamfähiq? Bin ich es? Bist du es? Sind wir gewohnt, gemeinsame Ziele und Spielregeln zu beachten. Sehen wir gemeinsame Werte, haben wir angemessene Wir-Gefühle. Wie gehen wir mit anderen in einem Team um? Können wir uns selbst und andere integrieren? Wie reagieren wir bei Konflikten? Wollen wir sie lösen, uns ängstlich zurückziehen oder sie emotional geladen ausfechten? Ich bin leistungsbereit - aber erst morgen - wenn es mir gut geht. Das wäre kein akzeptables Angebot für den nächsten Arbeitgeber.

Zeigen Sie Leistungsbereitschaft. Zeigen Sie, dass Sie kein Mensch sind, der Dinge passiv erledigt, sondern, dass Sie Aufgaben aktiv angehen? Merken andere, dass Sie bereit sind, Energie in den Job zu investieren? Eine unbedingte Voraussetzung für einen Job und für beruflichen Aufstieg. Damit punkten Sie klar. Immer häufiger höre ich von Personalentscheidern: Warum ist dieser Bewerber eigentlich zum Vorstellungsgespräch gekommen? Er ist qualifiziert, sicher ist er kein Arbeitsverweigerer aber das Gegenteil kann man auch nicht behaupten.

Sein Engagement und seine Leistungsbereitschaft können wir nur ahnen, Ansprüche und Einschränkungen aber nennt er gleich heute beim Namen: Er ist kein Vormittagsmensch, abends aber möchte er pünktlich weg wegen des Sports, er sagt auch gleich, was ihn nervt und mit welchen Menschen er gar nicht zusammen arbeiten kann. Er nennt das Offenheit.

Denken Sie wirtschaftlich?

Unternehmer träumen gerne von unternehmerisch denkenden und handelnden Mitarbeitern. Ich habe einen fachlich mittelmäßigen Mitarbeiter, der einen positiven wirtschaftlichen Einfluss auf unser Unternehmen hat. Konkret: Er spart mehr ein als er kostet. Ihn behalte ich auch in wirtschaftlichen schlechten Zeiten. Selbst dann, wenn seine Arbeitsqualität nicht top ist.

Der wirkliche Nutzen dieses Mitarbeiters liegt so eindeutig bei dieser Eigenschaft und bietet einen eigenständigen Nutzen und Wert, weit weg von Qualifikation und Wissen. Und er multipliziert und verbreitet dies über die anderen MitarbeiterInnen. Einfach so. Indem er das Richtige tut, zur richtigen Zeit. Kurz: Denken Sie in der Dimension: Gut sind Vorschläge, die Geld einsparen, es sei denn, die Ausgaben führen später zu höheren Umsätzen und Gewinnen.

Personalchef - Freund oder Feind?

Frage ans Publikum: „Warum wollen Sie arbeiten?" Manche antworten: “Dumme Frage! Natürlich, weil ich Geld verdienen will” oder „Arbeiten muss man wohl" oder “Karriere, Ziele erreichen”, “Wünsche erfüllen” sind weitere Gründe.

Personalleiter sagen, dass diese Gründe sogar in Vorstellungsgesprächen genannt werden. Auch ich habe diese und ähnliche Aussagen schon bei Vorstellungsgesprächen gehört. Ist es aber das Ziel eines Unternehmens, dass Sie persönlich dort Ihre Wünsche erfüllen? Für Sie persönlich natürlich schon, jedoch ist dies kein Pro-Argument für Sie als  Bewerber in einem Vorstellungsgespräch. Argumentieren Sie immer aus der Sicht des Unternehmens oder des Personalleiters.

Ihr Ziel muss es sein, dem Unternehmen Nutzen und Vorteile zu bieten. Wenn Sie diese Einstellung haben und diese entsprechend ausdrücken, erkennt man diese bei Ihrem Vorstellungsgespräch sofort genauso wie im umgekehrten Fall. Natürlich möchten Sie auch Ihre Wünsche und Erwartungen erfüllt haben. Das ist klar. Das wissen Sie und das weiß der Personalleiter. Aber muss man es zusätzlich zum Ausdruck bringen? Nein. Es ist bekannt aber die Personalabteilung das Unternehmen erwartet insgeheim, dass Sie erstmal aus Begeisterung arbeiten. Aus Begeisterung am Job selbst, an den Kollegen und aus Enthusiasmus dem Unternehmen gegenüber, das Marktführer ist oder zumindest plant, es zu werden.

Inwieweit unterscheiden Sie sich aber tatsächlich bei gleicher Qualifikation von anderen Bewerberinnen? Warum sollen sich Personalchefin, Personalchef ausgerechnet für Sie entscheiden? Ganz einfach: Durch Ihre Persönlichkeit. Stellen Sie an geeigneter Stelle die offene Frage: “Welche Eigenschaften erwarten Sie von mir?” Nun brauchen Sie in der Antwort nicht lügen und gewünschte Eigenschaften nennen, die Sie nicht haben und auch bei allem Optimismus nie haben werden. Aber Sie können deckungsgleiche Eigenschaften, die Sie haben, in den Vordergrund stellen und sollten diese auch belegen. Schildern Sie in jeweils knapper Form, wie Sie diese oder jene Situation aufgrund dieser guten Eigenschaft erfolgreich meisterten. Aber natürlich nicht prahlerisch, sondern möglichst sachlich. Es ist schließlich normal für Sie, so zu handeln!!!

Auffällig und Achtung: Je offener, jovialer das Gespräch, desto mehr plaudern Sie selbst aus dem Nähkästchen. Bleiben Sie realistisch: Ist es für den Personalchef wirklich wichtig, welche Wünsche und Ziele Sie persönlich haben? Sehen Sie Personalentscheider nicht als Ihren Feind, den Sie austricksen müssen, sondern als Partner, mit dem Sie eine gute Lösung für das Unternehmen finden möchten, mit Ihnen als Mitarbeiterin oder als Mitarbeiter. Diese Vorstellung hilft Ihnen, entspannter und lösungsorientierter mit der Vorstellungsgespräch-Situation umzugehen.

Es wird immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Vom Zahnarzt bis zum Unternehmer höre ich: “Nein, ich habe noch keinen Geeigneten gefunden” oder  „Wie sich manche am Telefon melden". “Solche Leute kann ich doch nicht auf meine Kunden loslassen." Interessant, denn keiner dieser Bewerber kam überhaupt dazu, je seine fachliche Qualifikation unter Beweis zu stellen. Weil ihm soziale Fähigkeiten fehlten. Es ist also nach wie vor wichtig, sich sozialverträglich zu benehmen.

Immer mehr Menschen wissen immer weniger, wie man sich korrekt benimmt, vor allem generationsübergreifend und - immer wichtiger - interkulturell ist dies bedeutend. Wie betrete ich einen Raum, wann und wie schüttele ich die fremde Hand, stehe ich auf, bleibe ich sitzen um nur die banalsten Punkte anzusprechen.

Prüfen Sie Ihr Know-how und Ihr Verhalten selbstkritisch, es wird früher oder später entscheidend wichtig sein. Denken Sie immer daran, so wie Sie sich im Moment des Vorstellungstermins präsentieren, setzt Sie die Phantasie der Personalchefin, zusammen mit Kollegen oder Vorgesetzten in Meetings, sieht und erlebt Sie in ihrer Vorstellung zusammen mit englischsprachigen Kunden im Ausland oder bei einer Videokonferenz.

Was fürchtet ein Personalchef unterbewusst am meisten?

Versetzen wir uns in seine Situation. Am meisten fürchtet er eine falsche Entscheidung zu treffen. Falsche Entscheidung bedeutet Kritik aus der Abteilung in der er arbeitet, hohe Kosten, zusätzliche Arbeit, Demotivation. Auch deshalb sitzt man als Bewerber/in heute nicht mehr allein mit dem Personalleiter im Gespräch, sondern nach einer Vorauswahl auch zusammen mit anderen Entscheidern. Zum Beispiel den Leitern der entsprechenden Abteilung oder zusätzlich jemandem, der sich mit Ihren englischsprachlichen Fähigkeiten im Auswahlverfahren beschäftigt. Niemand will etwas falsch machen und sich für den Falschen entscheiden.

Wären nur Qualifikation und Wissen bei der Einstellung zu bewerten, wäre für ihn alles einfach. Aber auch mit den persönlichen Eigenschaften des Bewerbers werden Ergebnisse, Lösungen, Projekte entwickelt. Nicht allein mit seiner Qualifikation. Also müssen diese wesentlichen Faktoren ebenfalls bei der Bewerberauswahl intensiv erfragt und beobachtet werden.

Wie können Sie diese unbewussten Ängste zerstreuen? Garantieren, dass sie unbegründet sind? Oft nennen Bewerber/innen Eigenschaften, die keinen für diese Stellenbeschreibung erkennbaren Nutzen bringen. Es werden Lösungen angeboten für die es gar keine Probleme gibt, einfach weil sich der Bewerber zu wenig mit dem Unternehmen und der jeweiligen job-description beschäftigte.

Machen wir es ihr, der Personalchefin oder ihm, dem Personalleiter, einfacher. Statt dessen sollten wir offen fragen, welche Lösung er braucht? Wie stellt er oder sie sich die Idealbesetzung vor? Sind die gewünschten Fähigkeiten erfüllbar, können Sie diese leisten und konkret anbieten. Es fällt immer wieder auf, dass Bewerber abhängig von ihrer Erfahrung und ihrem Intellekt

  • entweder zu wenig fragen,
  • nicht konkret und zielgerichtet genug fragen,
  • oder schlimmstenfalls zu banale Dinge in der unpassenden Situation erfragen.

Letztere katapultieren sich damit aus dem Ranking. Mit offenen Fragen, den Fragewörtern, wer, wo, was, wie, wann, erfahren Sie überraschenderweise grundsätzlich mehr als mit geschlossenen Fragen. Diese werden meist mit knapperen Antworten, wenn schon nicht mit JA oder NEIN beantwortet. Einfachere Gemüter, zu denen Sie nicht gehören, fragen leider zu oft, zu kritisch. Ist die Frage sehr gut und intelligent formuliert, mag das zielführend sein, ansonsten wird es eher dazu führen, als nicht sonderlich geeignet zu gelten.

Wrong time, wrong place. Grundsätzlich ist das Vorstellungsgespräch kein Ort, um kritische Fragen zu stellen oder womöglich selbst Kritik zu üben. Negativ wirkt es auch, wenn Sie sich negativ gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber oder Kollegen äußern. Schuldverschiebung gilt als negative Eigenschaft, ob berechtigt oder nicht. Sie hat im Vorstellungsgespräch nichts zu suchen, da eine objektive Bewertung weder möglich noch erwünscht ist.

Wieviel Freude hat man mit dem neuen Mitarbeiter später im Teamr, wenn er als Bewerber jetzt schon kritisch und spitzfindig auftritt? Statt zu entlasten, statt Probleme zu lösen, scheint er zusätzliche Probleme zu bringen. Früher war es normal, sich bei einem Vorstellungsgespräch in bestem Licht zu präsentieren.

Ehrlichkeit ist nur solange gut, solange sie das Unternehmen oder den Gesprächspartner nicht attackiert. Das gilt natürlich auch für das Vorstellungs-Interview auf Englisch. Auch hier gibt es Fälle, in denen mit dem Wechsel in die englische Sprache plötzlich eine seltsame Kumpelhaftigkeit versprüht wird. Ist die Sprechpraxis auf Englisch gering, verführt das “you” dazu, lockerer zu kommunizieren.

Dass es in der englischen Sprache trotz des “you” andere Wege gibt, den Unterschied zwischen Vorgesetzten und Freunden darzustellen, wissen die wenigsten. Selbst Manager, die es aufgrund ihrer Position besser Englisch sprechen sollten, haben damit oft ihre Probleme.

Ihr Aussehen steuert das Verhalten Ihres Gesprächspartners

ebenso wie umgekehrt. Selbst wenn sich der Verstand dagegen wehrt und abwiegelt: „Es ist unwesentlich wie er aussieht. Schau mal, was er für einen Super-Abschluss hat!"

Der 1. Eindruck zählt nach wie vor. Ein einfaches, jahrtausendealtes Verhaltensmuster steuert uns, um in sekundenschnelle Freund von Feind zu unterscheiden und so unser Überleben zu sichern. Je mehr äußere Merkmale unseres Gegenübers mit unseren eigenen übereinstimmen, desto sympathischer finden wir ihn. Merkmale sind zum Beispiel Kleidung, Sprache, Geruch, Aussehen, Haltung, Hautfarbe, Verhalten

Je weiter diese Merkmale von unseren Idealen abweichen, desto größer wird die unbewusste bis bewusste Ablehnung. Bei Fremden hebeln Sie diese Freund-/Feind-Kennung unter anderem einfach und banal so aus: Sie tragen die gleiche oder ähnliche Kleidung wie er! Je treffender Ihnen das gelingt, je mehr gaukeln Sie „dem Reptilienhirn" in uns vor: „Ich gehöre zu deiner Sippe!"; „Du kannst mir vertrauen!"; „Ich bin wie du!"

So baut sich ein Vertrauensvorschuss auf, Sie vermeiden unangenehme Unsicherheit und sorgen statt dessen für schnelle Orientierung. Erfahrene Bewerber gehen noch einen Schritt weiter und spiegeln das Verhalten ihres Gegenübers. Das bedeutet, dass Sitzhaltung und Gestik des Gesprächspartners übernommen werden. Schlecht umgesetzt kann es bei Profis aber ungünstig ankommen, die das “Spiegeln”als “nachäffen” oder als unprofessionelles Verhalten aburteilen. Das Ergebnis ist dann nicht viel anders, als wenn man in der Schulzeit Verhalten und Stimme des Lehrer imitierte, während dieser den Klassenraum betrat. Übertreibt man nicht und passt sich nur etwas an, kann es die Vorstellungsgespräch-Atmosphäre auch für Sie sehr entspannen. Meist kommt das Positive, das Sie zu geben bereit sind, wieder zurück. Ein Lächeln an der richtigen Stelle, ein nettes Verhalten und eine positive Ausstrahlung. Das gilt übrigens für jeden Job auf jeder Ebene, auch für die niedrigsten Einkommensstufen.

Keine Angst, freundliches, entgegenkommendes Verhalten hat nichts mit Anbiedern zu tun. In Deutschland hat man damit mehr Probleme als anderswo. In den USA gilt es nicht als Verbiegen der eigenen Persönlichkeit,  freundlich zu sein. Es gehört zum Job, gutgelaunt zu sein, sonst kann man zuhause bleiben. Ein Teil des Lohns wird in Freundlichkeit ausgezahlt. Dann sind auch die Kunden freundlich. Wer verbietet uns, während der Arbeit ehrlich freundlich zu sein? Muss, wer arbeitet, automatisch mürrisch sein.  Amerikanischer Lifestyle wird in Europa gerne kopiert. Nur mit der professionellen Freundlichkeit klappt es noch nicht so ganz.

Kommen wir nett und kommunikativ rüber, vertraut man uns selbstverständlich eher, als wenn wir superehrlich kritisch und kampfbereit wirken. Wie erwähnt, ändern wir keine jahrtausendealte Denkprozesse und in der Folge daraus folgende Entscheidungsprozesse. Angepasst ist positiv, nicht negativ. Es gibt viele andere produktivere Methoden und Gelegenheiten, die eigene Individualität und Spezialisierung zu beweisen, als mit simpler Ich-lasse-mich-nicht-ändern-Metalität oder sogar der Aussage: “Ich bin wie ich bin”! Außerdem torpedieren sich solche Bewerber im Vorstellungsgespräch zusätzlich selbst. Sich selbst und seine Fähigkeiten, sich ständig weiter zu entwickeln und sich den Marktgegebenheiten anzupassen, gehört heute zu den Schlüsselqualifikationen. Genau so, wie Englisch zu sprechen oder einen Führerschein zu besitzen.

Gesprächspartner nie verlieren lassen.

Intuitive Störer sind grundsätzlich unangenehme Gerüche oder auch Farben - für den Bereich Duschen oder nicht gibt es heutzutage Extra-Seminare. Mundhygiene gehört natürlich ebenso dazu, wie in jedem Bewerbungsratgeber nachzulesen und nachvollziehbar ist.

Versuchen Sie darauf zu achten, dass wegen Ihnen niemand Gewohnheiten aufgeben oder unterbrechen muss, die Gesprächsbasis leidet darunter. Wartezeiten, unklare, komplizierte Bedienungen, Pläne, Umwege oder Mehrarbeit, Unbequemlichkeit. Bitte nicht, auch nicht, wenn es Ihnen jemand anbietet. Sobald es real wird, fühlt der andere sich unwohl, verbindet das Unwohlsein intuitiv mit Ihnen.

Lassen Sie Ihren Gesprächspartner nie verlieren, auch wenn Sie ihn für inkompetent halten, auch wenn er fachlich falsche Aussagen trifft. Aussagen muß man nicht kommentieren. Man nimmt sie hin, auch wenn sie falsch wären. Ich weiß, das fällt vielen Bewerbern sehr schwer. Aber glauben Sie mir. Es ist manchmal besser. Es gibt nicht nur unterschiedliche Sichtweisen, die es nicht zu kommentieren lohnt, es gibt auch unterschiedliche Regelungen, Vorgaben, Gesetze.

Schießen Sie mit einer unnötigen Antwort quer und Ihre Verbesserung erweist sich doch als falsch, weil Sie von anderen Voraussetzungen ausgingen, kommt der Bumerang zurück. Fragen beantworten wir, Aussagen können wir so stehen lassen. Auch wenn Sie falsch sind. Das bedeutet doch noch lange nicht, dass Sie den Fehler nicht erkannt hätten. Sie haben aus Höflichkeit geschwiegen. Ja, das soll es noch geben. Wurde die Aussage absichtlich falsch getroffen, um Sie zu testen, werden Sie dies am Verhalten erkennen und die Fakten als Frage verpackt richtig stellen. “Ist es nicht so, dass ....?” Dann obliegt es dem Gesprächspartner das letzte Wort zu haben. Zum Schluss gewinnen beide - und Sie den Job.

Wenn wir auch nicht, wie in Fernost gleich „unser Gesicht verlieren", so sind wir meist der Verlierer, wenn wir aus einem Vorstellungsgespräch als „Gewinner hervorgehen. Am besten, es kommt zu einer Win-Win-Situation, wenn also beide, der Personalchef und Sie der Gewinner sind - dann nämlich wenn es zum nächsten Schritt kommt, zum “Recall”, dem Assessment Center oder dem Einstellungs-Interview auf Englisch.

Wer entscheidet über die Einstellung? Gefühl oder Verstand?

Mein Verstand kann sagen: Dieser Mensch ist qualifiziert. Wenn ich mir aber schwer vorstellen kann, mit ihm angenehm zu kommunizieren, wenn ich ihn mir schlecht in bestehenden Mitarbeiterteams vorstellen kann, wenn ich vor meinem geistigen Auge eben erlebte Eigenschaften als Problem für das Unternehmen sehe, werde ich trotz seiner Qualifikation zweifeln. Mein Bauch, mein Unterbewusstsein wird erst zweifeln und dann NEIN sagen.

Umgekehrt hilft natürlich bei einem hochdotierten Job das beste „Gefühl" nichts, wenn die Fakten, die Qualifizierung nicht stimmen. Es ist banal aber eine Fähigkeit: Freundlichkeit und lachen. Ein lachendes Gesicht entspannt und baut Aggressionen ab. Vor einem meiner Seminare für langzeitarbeitslose Damen  waren die meisten nicht einmal imstande, mir und sich gegenseitig freundlich “Guten Tag”zu sagen. Statt dessen - nur von manchen - ein muffeliges „Morgen".

Über Qualifikation brauchten wir hier gar nicht erst sprechen. Welches Unternehmen möchte so negativ eingestellte, unfreundliche Menschen im Unternehmen erleben, womöglich noch mit Kundenkontakt. Lächeln vermittelt unter anderem.: Mit mir könnt Ihr tagtäglich gut zusammenarbeit.

Also: Gefühlsebene vor Sachebene. Helfen Sie mit, eine gute Atmosphäre zu schaffen, bzw. zu erhalten. Nicht selbstverständlich aber wirkungsvoll sind wie so oft konkrete Handlungen. Eine freundliche Begrüßung oder die Zauberworte “Bitte” und “Danke” signalisieren: Ich akzeptiere Dich als Persönlichkeit und bringe Dir Respekt entgegen.

Wer diese Einstellung überzeugend lebt, kann auch ein Lob authentisch und glaubwürdig rüberbringen. Jeder Mensch möchte etwas Besonderes sein. Finden Sie gute Gründe begeistert zu sein -  und zeigen Sie es. Ihre Begeisterung springt über, denn sie verspricht, dass Sie Ihren Job engagiert und deshalb gut tun werden. Aber hüten Sie sich vor aufgesetzter Begeisterung und Aktionismus. Unternehmer und Personalchefs können zwischen ehrlicher, tiefer Begeisterung und oberflächlicher, kurzlebiger Euphorie recht gut unterscheiden und ziehen so vielleicht die falschen, für Sie ungünstigen, Rückschlüsse.

WANTED: Anpassungsfähig und trotzdem authentisch

Ich bin wie Du - aber völlig anders. Eindringender Appell: Du sollst anpassungsfähig sein!!! Löst das bei Ihnen auch Alarmsignale aus? Ja - Protest, ich bin ich. Ich bin ein Individuum, ich will authentisch bleiben, ehrlich zu mir selbst und zu anderen. Ich  - äh - ich - ich.

Hören auch Sie immer nur ich? Wenn wir in einer Gemeinschaft überleben wollen ist es sinnvoll, uns an die Erwartungen anderer und an wechselnde Situationen und Anforderungen anzupassen. Anpassen und trotzdem charakterstark und authentisch zu sein, müssen sich nicht ausschließen. Wir können auf unseren Einstellungen beharren, aber wir können auch erwägen, sie mal zu überdenken oder gar zu ändern, wenn dies unser Gesamtlebensbild" nicht völlig infrage stellt. Der Bewerber entscheidet selbst: Anpassungsfähigkeit kontra Warteschleife.

Selbst lenken - statt gesteuert werden.

Die Erkenntnisse, warum wir zu 70% tatsächlich und erkennbar noch immer so denken und handeln wie unsere Reptilienvorfahren, verdanken wir Hirnforschern, wie Herrn Dr. Hans-Georg Häusel. Treffen wir Entscheidungen gilt: Intuition schlägt Ratio: Warum? Um überleben zu können müssen wir unter anderem in Gefahrensituationen schnell und intuitiv entscheiden können.

Wir alle wissen: Wenn der Bär bereits im Unterholz knackt, ist keine Zeit, lange und umständlich rational alle Fakten zu bedenken. Keine Zeit, das Für und Wider abzugleichen, keine Zeit und Gelegenheit im Internet zu recherchieren. Bei dieser Begegnung aber auch bei einer Vollbremsung sind schnellste spontane Entscheidungen gefordert.

Unser Gehirn speichert Millionen positive wie negative Erfahrungen und Empfindungen, Eindrücke als positive oder negative Marker. Steht eine spontane Entscheidung an, simpel oder schwerwiegend, gleichen wir die Informationen mit unseren Markern ab und entscheiden zu 70% intuitiv. Ohne dass der Verstand sagen kann, warum wir so entschieden haben.

Tatort Wirtschaftsleben: Beobachten Sie täglich, dass schlechte Entscheidungen im nachhinein künstlich mit Argumenten rechtfertigt werden. Warum? Man glaubt es kaum - weil die Entscheidung eigentlich intuitiv getroffen wurde, während Hansi Müller glaubt, es hätten knallharte Fakten dazu geführt.

Bewiesen ist: Unser Reptiliengehirn klammert sich an harte Zahlen, selbst wenn sie unsinnig sind. Tatort Banken: Wie oft wurden die Sicherheiten von Unternehmen unverhältnismäßig hoch eingeschätzt ohne umfassende Prüfung, nur weil die Zahlen gut wirkten. Kungelei und Intuition statt harter Fakten.

Dieses Reptiliengehirn, das uns überwiegend steuert - dies ist auch bei Atomphysikern und Akademikern grundsätzlich so - reagiert auf Reize. Positive Reize, wie Lob, gutes Essen, Genuss,  suchen wir. Negative Reize wie Frust, Unbequemlichkeit, Ärger, Ungewohntes vermeiden wir dagegen. Grundsätzlich gilt bei allen positiven Reizen: Mehr von allem! Leicht nachvollziehbar. Sie kennen es von gutem Essen, Getränken, Sex, Bequemlichkeit und Gewohnheit.

Unsere Vererbung, unsere Erziehung und  unser Hormonhaushalt lässt uns einprogrammierte Bahnen fahren. Weichen wir etwas von diesen ab, bemerken wir Unlust. Weichen wir stark davon ab Ärger, Wut oder Angst. Sind wir jünger, überwiegen die Dominanzinstruktionen, erkennbar am risikoreichen Fahrmanöver im Auto, beim Bungee-Jumping oder anderen risikoreichen Sportarten.

Spektakulär muss es sein, Reisen, Events, Veränderung, Fortschritt, der Wunsch nach Abwechslung, suche nach prickelnden Erlebnissen. Erwiesen ist auch umgekehrt - alles ist natürlich relativ - dass bei älteren Männern die Risikobereitschaft stark abnimmt und sogar unter die der gleich alten Frauen sinkt. Auch das lässt sich täglich beobachten. Eine starke Kraft in uns lässt uns gerne neue Informationen ignorieren, wenn Sie nicht in unser Konzept passen, sie lässt und möglichst viele Gewohnheiten aufbauen und diese beibehalten.

Weitere Befehle: Vermeide jede Gefahr, jede Veränderung, Störung, Unsicherheit. Strebe nach Stabilität. Optimiere deinen Energiehaushalt und vergeude nicht nutzlos Energie (Bequemlichkeit) Hier verstecken sich Auslöser für Furcht und Angst. Der Wunsch gesund zu bleiben. Alles was dient, Störungen, Probleme, verunsichernde Fragen zu vermeiden ist willkommen. Männer streben nach Status. Wer braucht eher einen Mercedes oder Porsche? Wer braucht eher den neuesten, modernsten Kampfhubschrauber? Eine Frau oder ein Mann?

Warum all diese Informationen? Sie helfen uns nicht nur im Privatleben, sondern vor allem im nächsten Vorstellungsgespräch. Alle diese Informationen lassen sich hier gezielt nutzen und erfolgreich umsetzen.

Bei Frauen ist die Balance-Instruktion wesentlich ausgeprägter als bei Männern.

Diese streben eher nach Harmonie, Geborgenheit, sind weniger risikobereit, handeln überlegter und auf sozialer Ebene wesentlich aufgeschlossener als Männer und kommunikativer. Deshalb steht es ihnen auch biologisch gesehen zu, am Tag um die 20.000 Wörter zu sprechen, während Männer mit durchschnittlich 6.000 auskommen). Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.

Änderungsprozesse, gleichgültig wo und mit wem, führen Sie am besten in kleinen in sehr kleinen Schritten durch. Eine alte, scheinbar bewährte Idee also nie auf den Kopf stellen, revolutionieren wollen. Das weckt Widerstand. Cleverer und limbisch ist es, eingefahrene Ideen, Verfahren zu modifizieren. Faustregel: 10-15% Abweichung werden akzeptiert, da sie die Stimulanz ansprechen. Wenig Neues ist gut - ohne die Balance, Angst vor Veränderung, Verlust, Gewohnheitsänderung negativ zu beeinflussen. Lieber 100 kleine als 1 große Veränderung So unterlaufen Sie den typischen Widerstand. Das gilt auch für Ihr Vorstellungsgespräch und auch für Ihr Vorstellungsgespräch auf Englisch.

Die Kleidungsfrage ist nach wie vor aktuell.

Optisch angepasst heißt noch lange nicht, auch angepasst zu denken. Wer's nicht glaubt, bedenke trotzdem: Individualität ist teuer erkauft, wenn der Wunschjob an den geht, dessen 1. Eindruck passt. Sie haben meist nur eine Chance sich zu präsentieren. Nur eine Chance hat übrigens meist auch der Personalchef. Eine Chance, Sie schnell und richtig einzuschätzen.

Ich kenne einen erfahrenen, sehr qualifizierten Programmierer, der seit vielen Jahren keinen Job findet. Absolut unverständlich, da man weiß, wie gesucht diese als Mitarbeiter sind. Zuhause trägt er immer Flip-Flops. Einmal erwähnte er beiläufig, dass er diese sogar bei Vorstellungsgesprächen trägt. Schließlich würden sie wohl nichts über seine Qualifikation als Programmierer aussagen, meinte er.

Es war ihm nicht nahe zu bringen, dass er selbst bei einem Vorstellungsgespräch für eine Anstellung als Bademeister falsch fuß-bekleidet gewesen wäre. Mit Kleidung transportiert man bildhaft seine Lebenseinstellung und, ob sie passen oder nicht, weitere Soft Skills. Auch wenn sich die Sichtweise etwas gelockert hat, stellt sich der Bankkaufmann zweckmäßigerweise noch immer nicht in der Badehose vor. Deshalb ist eine angepasste Kleidung sehr wichtig bei einem Job-Interwiew-Termin. Unser Programmierer blieb bei seiner Sichtweise. Bis heute ohne Job.

Autor: Harald Schneider (copyright Harald Schneider, vorstellungsgespraech-in-englisch.de)