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Stress im Vorstellungsgespräch und wie Sie ihn vermeiden

Falle: “Vorstellungsgespräch-Stress”

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Die Symptome erscheinen wie  ein Virus. Heute Vormittag ging es der Bewerberin noch gut. Dann der sehr erfreuliche Anruf des Unternehmens, bei dem Sie sich beworben hatte, sie sei in der engeren Wahl, Einladung zum Vorstellungsgespräch. Begeisterung.

Diese Begeisterung hält einige Zeit an bis der eine oder andere Gedanke, leichte Selbstzweifel und Fragen die Begeisterung nach und nach eintrüben. Bin ich wirklich geeignet für diesen Job? Kann ich mich entsprechend gut präsentieren? Kann ich meine Fähigkeiten, meine Qualifikation, meine persönlichen Stärken überzeugend rüberbringen?

Wie gut sind wohl die anderen Bewerber/innen, kann ich mich gegen sie durchsetzen. In der Stellenbeschreibung steht: "Englisch in Wort und Schrift". Klar, aber was bedeutet das konkret, was erwarten sie im Detail? Reichen meine englisch Sprachfähigkeiten aus, kann ich mich auf Englisch mit Kollegen, Partnern, Kunden auf meinem Fachgebiet auf Englisch verständigen, telefonieren, .….?  Viele offene Fragen verunsichern. Eine Situation, die der Mensch, dessen Gehirn gar nicht mag. Kein Wunder, dass es mit Stresssymptomen reagiert.

Die Kunst besteht darin, die Vorstellungsgespräch-Falle wissend und trainiert zu umgehen.

Blackout durch Nervosität und Stress

Vor einigen Tagen rief ein Interessent für eines unserer Trainings an. Ein zweiunddreißig jähriger Mann, der sich als Techniker beworben und aufgrund seiner Qualifikation und seiner Bewerbungsunterlagen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde.

 

Er überzeugte den Personalleiter mit Fakten, nannte Arbeitsbeispiele und seine persönlichen Stärken passten weitgehend zum erwarteten Anforderungsprofil. Das Gespräch verlief für den Bewerber offensichtlich recht erfreulich.

 

Durch die positive Gesprächsstimmung und die zustimmenden Reaktionen des Personalleiters wurde der Bewerber zusehends sicherer. Dann legte sein Gesprächspartner ihm eine Liste mit Begriffen vor und bat er ihn, einen der Begriffe auszuwählen.  Er wählte das Wort “Schwester”, worauf der Personalleiter sagte: “Bitte erzählen Sie mir etwas zu diesem Thema auf Englisch!”

 

Der junge Mann war zuerst etwas verunsichert, da er erwartet hatte, auf Englisch über seinen Job zu sprechen. Er begann, sagte ein, zwei Sätze, dann wurde es (trotz Abitur) hakelig. Ihm fiel plötzlich nichts ein, was er sagen könnte und so stammelte er nur bruchstückweise auf Englisch.

 

Im Bewusstsein, dass hier und in seinem Job klare Antworten erwartet werden und kein Radebrechen, wurde er so nervös, dass er mit einem Blackout das Gespräch abbrach, wortlos und hilfesuchend den Personalleiter ansah. Da Mitarbeiter fähig sein müssen, mit anderen Menschen zu sprechen, selbstverständlich auch auf Englisch, hatte der nette junge Mann leider seine Chance vertan.

 

Eine typische Vorstellungsgespräch-Situation, wenn Stress oder sogar Angst vernünftiges Denken unmöglich machen. Wenn der intuitiv arbeitende Teil des Gehirns  nur noch Routine-/Überlebensfunktionen bereit stellt.

 

Wie entsteht Vorstellungsgespräch-Stress?

Was passiert mit uns, wenn wir vor oder während eines Vorstellungsgespräches unter Stress stehen und wie kommt es dazu? Sie wissen, dass Bewerber/innen typ- und situationsabhängig unterschiedlich stark unter Stress stehen. Während der eine Bewerber keine Stresssymptome bemerkt, ist der nächste nervös, ein anderer hat sogar Angst davor und sieht das Gespräch als eine Prüfung. In diesem Beitrag lesen Sie gezielte Maßnahmen gegen Vorstellungsgespräch-Stress  aus der Praxis von Vorstellungsgespräch-Trainings.

In der Anfangsphase eines Vorstellungsgespräches  kann unser Gehirn noch gut mit der Situation umgehen, da die Atmosphäre entspannt ist. Das vom Körper” freundlicherweise” zur Verfügung gestellte Adrenalin hilft uns, hellwach zu sein, um unser Bestes zu geben, zu zeigen, dass wir besser als die anderen Bewerber/innen für den ausgeschriebenen Job geeignet sind.

Doch dann kommen ein, zwei Fragen, die wir nicht überzeugend beantworten. Wir bemerken dies selbst, obwohl der Personalleiter erst einmal darüber hinweg sieht. Er wird später darauf zurück kommen, wenn ihn die Antwort nicht überzeugte und er uns eine weitere Chance geben will. An Kleinigkeiten soll es schließlich nicht scheitern – abhängig von der Bewerbersituation.

Es folgen einfache Fragen, gute Antworten.

Wird der Bewerber im weiteren Verlauf des Gespräches zum Beispiel nach einer Beschäftigungslücke gefragt, danach nach einigen öffentlichen Details zum Unternehmen, die er mangels guter Vorbereitung nicht beantworten kann, bemerkt der Bewerber wie Stress- und Adrenalinpegel ansteigen.

Plötzlich heißt es: „Let´s go on in English“ Auch hier bleiben gut vorbereitete Bewerber noch soweit cool, dass die Kontrolle der Fragen und Aussagen noch vom Neokortex gesteuert wird. Untrainierte hören plötzlich, wie ihre Sätze auf Englisch noch hakeliger werden, wie schwierige aber nötige Wörter unbekannt sind und selbst bei einfachen Wörtern Wortfindungsprobleme auftreten, da das Gehirn in aufsteigender Panik der Überforderung jetzt auf Stammhirn umschaltet.

Gedankenblitze schießen zusätzlich dazwischen.

„Na und, dann klappt es eben nicht mit dem Job!“ oder „Egal, hoffentlich ist das hier gleich vorbei …“  Wir bemerken also die typischen Fluchtgedanken, die nur vom Stammhirn kommen können. Ihm geht es nicht darum, ein “vernünftiges” Ergebnis zu erzielen, es will einfach nur die brenzlige Situation verlassen. Ungünstige Verhältnisse, um Ziele zu erreichen für die man geistig topfit sein müsste.

Warum sollte der jetzt leider abgeschaltete (vernünftig denkende) Neokortex auf diese verrückte Idee kommen, wo der Bewerber doch in einem geschützten Raum sitzt, mit Getränk, einem netten Personalleiter und allen Möglichkeiten, mit Worten eine Lösung zu finden?

Eine gute Vorbereitung, inhaltlich und sprachlich, hilft dem Bewerber, unangenehme Überraschungen nicht auszuschließen aber doch sehr einzuschränken. Viele, selbst berufserfahrene Bewerber/innen nennen uns Überraschungen, die eigentlich keine sind. Sie gehören einfach mittlerweile zum Standard. Dazu gehören nicht nur die fremdsprachlichen Bereiche, sondern auch Fragetypen, Redewendungen, die sich in den letzten Jahren etabliert haben.

Bewerber/innen möchten nicht immer nachfragen, wenn eine Definition, eine Wort, ein Satz, eine Frage unklar ist. Aber es ist nötig. Versuchen Sie eben das gehörte so intelligent einzufangen und in eine Frage umzuwandeln, dass Sie selbst kein Problem damit haben.

Denn klar ist: Wenn Sie als Bewerber auf Fragen und Aussagen des Personal- oder Abteilungsleiters nicht relevant, also thematisch passend antworten, kann der Gesamteindruck am Ende nicht überzeugen. Was wir nicht genau verstehen, sei es inhaltlich oder akustisch dürfen wir als Bewerber nicht übergehen. Der Bewerber muss nachhaken, um einen negativen Eindruck aufgrund unpassender Antworten zu vermeiden.

So gehen Sie gegen Vorstellungsgespräch-Stress vor:

Wie kommen Unsicherheit, Stress oder Angst zustande? Alles Unbekannte, alles Ungewohnte verunsichert den Menschen grundsätzlich. Eine menschliche Ur-Schutzfunktion, damit wir nicht allzu keck auf alles Neue, Unbekannte zugehen und uns nicht unnötig in Gefahr bringen.

Während aber ein Bewerber recht entspannt zum Bewerbungs-Interview geht,  fühlt sich der nächste unsicher und unwohl, ein weiterer empfindet in zeitlichen Abständen schubartig Stress, der nächste leidet unter Angstzuständen, wenn er nur daran denkt.

Dann gibt es jene Bewerber/innen, die das Vorstellungsgespräch als Herausforderung sehen. Sie empfinden das Interview als sportlichen Wettbewerb zwischen sich und den anderen Bewerbern, gegen die sie “gewinnen” möchten. Aufgrund Ihrer anderen Sicht auf die Situation empfinden sie gar keine Angst. Sie fühlen sich nicht auf dem Prüfstand, sie wollen einfach eine gute Lösung für alle Beteiligten.

Dazu streben sie mit dem Personalleiter und anderen Personen, die an dem Gespräch beteiligt sind, konsequent eine win-win-Situation an. Sie sehen das Gespräch grundsätzlich aus zwei Sichtweisen. Die des Personalleiters und die eigene. Eine banal einfache aber erfolgreiche Strategie (die meisten guten Business-Strategien sind einfach, man muss es nur TUN).

Selbstverständlich ist auch dieser Bewerber an seinem eigenen Vorteil interessiert. Jedoch hat er immer auch den Vorteil des Gesprächspartners im Blick. Deshalb versucht er herauszufinden, was exakt die Gesprächspartner von ihm, dem vielleicht neuen Mitarbeiter erwarten. Aufbauend auf diese Informationen passt er sein  Angebot während des gesamten Gespräches daran an.

Statt zu werten, zu urteilen, ist es enorm wichtig das Gespräch quasi von oben zu betrachten und sich nicht von Emotionen leiten zu lassen. Emotionen machen sachliches Nachdenken aussichtslos. Sobald Ihr intuitives Stammhirn das Kommando übernimmt, weil Sie sich verunsichert fühlen oder sich gar über eine Frage ärgern, agiert Ihr Gehirn-Autopilot und übernimmt die Regie.

Leider nicht zu Ihrem Nutzen. Sie kennen das von dem Grundsatz, niemals im Ärger auf ein E-Mail zu antworten. Lieber auf “Entwurf” klicken und am nächsten Morgen entspannt und überlegt antworten.

11 Top-Tipps gegen Vorstellungsgespräch-Stress

Angstfrei und entspannt gehen Sie zu Ihrem nächsten Vorstellungsgespräch und erhöhen Ihre Chancen auf die ausgewählte Position.  Wenn Sie folgendes beachten und sich engagiert auf das Gespräch vorbereiten.

  • Ziel: Win-Win-Situation auf Augenhöhe mit den Gesprächspartnern erreichen.
  • Unbedingt vor oder spätestens während des Gespräches herausfinden, was Gesprächspartner konkret erwarten.
  • Erwartungen erfüllen und trotzdem authentisch sein.
  • Den eigenen Erwartungsdruck minimieren. Machen Sie sich klar, dass Sie bei Ablehnung eine andere Chance erhalten, wenn Sie aktiv daran arbeiten.
  • Der Personalleiter ist nicht Ihr Feind, den es auszutricksen gilt, sondern Ihr Partner. Sie haben dieselben Ziele. Sie möchten sich gegenseitig kennen lernen, wissen, ob sie zueinander passen und ob eine  Zusammenarbeit für beide sinnvoll ist.
  • Sehen Sie das Gespräch in jeder Phase und mit jedem Gesprächspartner nicht nur aus Ihrer Sicht, sondern auch aus dessen Sicht.
  • Versuchen Sie, sich in die Situation des Personalleiters zu  versetzen. Das hilft Ihnen, relevante, gute Antworten zu finden.
  • Erhalten Sie die gute Gesprächsatmosphäre mit freundlichem Verhalten und Blickkontakt. Bleiben Sie am Thema und beginnen Sie keine Grundsatzdiskussionen, die zur Disqualifizierung führen (es vermittelt schwache persönliche Stärken).
  • Bereiten Sie sich sprachlich vor. Trainieren Sie Englisch. Erleichtern Sie sich den englischsprachlichen Teil des Vorstellungsgespräches.
  • Bereiten Sie sich inhaltlich vor und sammeln Sie alle verfügbaren Informationen über das neue Unternehmen. Lesen Sie diese Informationen genau und trainieren Sie sie aktiv, damit Sie die Fakten spontan und intuitiv abrufen können. Dadurch wird das Unternehmen vertrauter, was Sie entspannt. Gleichzeitig zeigt es den Gesprächspartnern, dass Sie so vertraut mit dem Unternehmen sind, dass Sie fast schon dazu gehören. Stimmt der Rest, steigen Ihre Chancen gegenüber Ihren wenig vorbereiteten Mitbewerbern.
  • Eigene Stärken im Vorfeld erkennen und benennen. Aufschreiben, prüfen, intuitiv abrufbar zweisprachig  trainieren.
  • Erfragen Sie die erwarteten sozialen Fähigkeiten so früh wie möglich während des Gespräches, damit Sie Denk-Zeit gewinnen.
  • Kennen Sie die erwarteten Stärken, gleichen Sie diese mit den vorhandenen ab, bewerten sie und nennen diese in den passenden (!!!) Situationen.

Unsere Trainerin und Deutsche Debattiermeisterin nennt Ihnen 5 Tipps, wie Sie Angst im Vorstellungsgespräch vermeiden.

Im Anschluss lesen Sie viele weitere Möglichkeiten, eigene Bedenken und Unsicherheit zu erkennen  und sie gezielt nacheinander aufzuarbeiten. So dass Sie danach relativ entspannt in Ihrem Vorstellungsgespräch überzeugen.

Die oben genannten Punkte sollten Bewerber/innen nicht nur kennen, sondern vorher aktiv trainieren, damit sie intuitiv richtig handeln und antworten. Können statt Wissen. Dabei werden die oberflächlich betrachtet banal wirkenden Tipps belebt und zu wirkungsvollen Werkzeugen.

Bewerber/innen reden sich um Kopf und Kragen.

Sachlich zu bleiben gelingt, indem man bei für die eigene Gefühlslage kritischen Aussagen oder Fragen, das Motiv dafür erfragt. Sobald Sie den Hintergrund erfahren, werden Sie bemerken, dass Sie zu argwöhnisch waren und sich wieder entspannen können. Das krasse Gegenteil sind Bewerber/innen, die auf jede beiläufige Frage wortreich antworten und sich dabei aus Unsicherheit um Kopf und Kragen reden.

Zuviel unkontrollierte Offenheit offenbart meist nicht nur positive Eigenschaften, sondern enthüllt auch schonungslos die eigenen Schwächen, noch bevor nach ihnen gefragt wird. Derart spontan und überzeugend  präsentierte Schwächen sind später nicht mehr zu entkräften. Sie werden auch nicht mehr thematisiert, bleiben im Kopf des Abteilungsleiters eindrucksvoll haften.

Da die Bewerber aus ihrer eigenen Sichtweise keinerlei Nachteile sehen, wenn sie gewisse Aussagen machen, vergessen Sie ihre Darstellungen schnell, verlassen optimistisch das Unternehmen mit dem Eindruck “es sei gut gelaufen”. Erst später beim Gespräch mit Freunden oder der Familie, die einzelne Aussagen hinterfragt und aus deren Sichtweise das Gesagte kommentiert, kommt die Reue.

 Das Thema gehört deshalb zum Thema Angst im Vorstellungsgespräch, weil Personalleiter eine gute Gesprächsatmosphäre aufbauen, sympathisch sind und Bewerber sich dazu ermuntert fühlen, freiwillig mehr zu erzählen als ihnen gut tut.

Das ist kein böser Wille des Personalleiters, gute Atmosphäre ist natürlich gut, aber er möchte eben nur wissen, ob Bewerber  zum Unternehmen passen. So sollte man sich schon bei jedem einzelnen Satz überlegen, was man sagt.

Trainieren Sie vorher in Rollenspielen, mit anderen Personen, die Sichtweise, Wünsche und Erwartungen des Personalleiter oder Abteilungsleiters an Sie herauszufinden. Dies ist dann Ihr Script für Ihre Taktik oder Strategie.

Die tatsächlichen Bedürfnisse der Gesprächspartner herauszufinden ist der Schlüssel zu einer guten Übereinstimmung und bringt Sie einer positiven Entscheidung sehr nahe.

Sie bleiben authentisch

Dabei müssen Sie sich nicht verstellen wie viele Bewerber manchmal argwöhnen. Sie bleiben authentisch. Sie geben keine Fähigkeiten vor, die Sie nicht haben. Das wäre auch nicht clever, da die Wirklichkeit sie nach wenigen Tagen und Wochen entlarven würde. Fehlt nur die eine oder andere  Fähigkeit, sind nur kleine Wissenslücken zu füllen, kann der Bewerber noch nacharbeiten.

Grundsätzlich aber sollte der neue Mitarbeiter, die an ihn gestellten Ansprüche erfüllen, den Anforderungen gerecht werden. Aber denken Sie während des Gespräches einfach an die Wünsche des Unternehmens, dessen Repräsentanten vor Ihnen sitzen (Manche Angst auslösenden Ansprüche relativieren sich und die unbegründete Furcht löst sich in Erleichterung auf, wenn Sie gezielt fragen).

Ich weiß, es klingt ungewohnt. Aber wenn Sie Ihre Sichtweise dahin gehend ändern, wenn Sie als Bewerber dem Unternehmen etwas Gutes tun möchten, dann geben SIE etwas. Allein durch Ihre geänderte Haltung reduziert sich Ihre Angst. Denn Sie sind in der Rolle des Gebenden. Auch hier befürchten viele Menschen sofort, ausgenutzt zu werden.

Erstens können Sie sich aber dagegen wehren und zweitens gibt es einen gut erforschten Grundsatz menschlichen Verhaltens: Schenke ich einem Menschen etwas, fühlt er sich dazu verpflichtet, etwas zurück zu schenken.

Bei allen Empfindungen, von Unsicherheit über Stress bis zur Angst, gibt es einige Überlegungen, diese zu beseitigen oder zumindest auf ein sinnvolles Maß zu reduzieren. Etwas Stress ist sinnvoll, damit Sie während des Vorstellungsgespräches hellwach und aktiv sind. Auch,  damit Sie hellwach wirken, denn kein Unternehmen braucht eine Schlafmütze oder jemanden, der auch nur danach aussieht.

Stress-Auslöser gezielt ausschalten.

Zuerst finden wir heraus, was das oft unbestimmte Gefühl auslöst. Ist es die Angst vor dem Unbekannten, ein Wirrwarr unterschiedlicher Eindrücke, Vermutungen, Vorbehalte, Vorurteile, Bequemlichkeiten aber teils  auch berechtigter Bedenken?

 Das Gute: Unberechtigte fehlinterpretierte Informationen, diffuse Ängste, können wir größtenteils durch Vorbereitung vermindern. Indem wir durch eigene Aufklärung Plätze, Menschen, Funktionen und anderes, was uns Angst macht, transparent und verständlich machen.

Berechtigte Bedenken können sein, dass wir wissen, dass eine Qualifikation oder eine persönliche Stärke/Fähigkeit für die Tätigkeit benötigt wird, die wir nicht haben. Wir zweifeln, ob wir trotz der fehlenden Faktoren, den Personalleiter von uns überzeugen können. Je nach Wichtigkeit ist es sinnvoll, im Vorfeld diese Fähigkeiten oder Stärken noch zu erlernen oder zu entwickeln.

Manchmal genügt es aber auch nur, diese Fähigkeiten noch einmal zu wiederholen, zu trainieren. Das ist häufig schneller erreicht als gedacht, sobald man seine Komfortzone verlässt und etwas dafür tut, statt abzuwarten. Aktivität allein hilft schon, die Angst zu reduzieren. Ihr Bewußtsein und Ihr Unterbewußtsein erkennt, dass Sie sich mehr zutrauen können. Es macht Sie hinsichtlich der trainierten Fähigkeiten selbstbewußter.

Sobald wir den oder mehrere Auslöser der Angst eingrenzen können, fällt es wesentlich leichter, den  Auslösern einzeln zu begegnen. Haben Ängste erst ein Gesicht, fällt zielgerichtes Abarbeiten leichter. Die Botschaft: Tun Sie selbst etwas dagegen. Das stärkt Ihre Persönlichkeit.

Lernen Sie vor dem Vorstellungs- und Bewerbungsgespräch genau das kennen, was Ihnen Angst bereitet. Besuchen Sie das Unternehmen, finden Sie heraus, wen Sie schon vorab kennen lernen dürfen (das ist nicht immer leicht aber dennoch oft möglich). Versuchen Sie zum Beispiel über XING Kontakte zu bekommen, um von Mitarbeitern weitere, natürlich nur unverbindliche Informationen, zu erhalten (Manchmal erfährt man mehr, als man vorher zu hoffen wagte).

Wichtig aber: Nerven Sie niemanden, vermeiden Sie Missverständnisse und Verwicklungen, damit Ihnen nicht schon ein unangenehmer Ruf vorauseilt, bevor das Vorstellungsgespräch überhaupt begonnen hat.

Allein das Foto eines Gesprächspartners zu sehen, kann die Angst auflösen, wenn es positiv wirkt. Wirkt es negativ, können Sie davon ausgehen, dass es zwar sicher kritische Personalleiter gibt, aber keine unfreundlichen. Ich kennen viele, aber keinen einzigen unfreundlichen oder unsympathischen. Lernen Sie die Unternehmens-Atmosphäre kennen.

Wenn Sie einige Bereiche oder Personen bereits kennen, schwinden Angst auslösende Vorstellungen oft von allein und der zweite Besuch, für Ihr Vorstellungsgespräch,  hat viel von seinem Schrecken verloren.

Personalleiter/in ist nicht Ihr Feind.

Machen Sie sich, sobald sich Angst in Ihre Gedanken einschleicht oder Sie gar sprunghaft überfällt, klar, dass Sie im Falle einer Ablehnung nur soweit sind wie zuvor. Denken Sie dies auch, wenn Sie genau diesen Job sehr gerne haben möchten. Denken Sie, dass Sie in einem zweiten  Anlauf in diesem Unternehmen oder in einem anderen einen ähnlich guten oder vielleicht sogar einen noch besseren bekommen.

Stellen Sie sich vor, dass Sie, falls Sie tatsächlich eine Ablehnung erhalten, den Personalleiter anrufen und ihn freundlich nach dem Grund fragen. Mit der sinnvollen Begründung, dass Sie daraus lernen möchten, um das nächste Mal erfolgreicher zu sein. Auch hier haben Sie nichts zu verlieren.

Sie gewinnen: Erfahrung. So optimieren Sie Ihre Vorstellungsgespräch-Praxis. Und - glauben Sie mir - wer durchhält und nicht aufgibt, gewinnt. Auch wenn es manchmal Zeit kostet.

Fest steht. Die meisten Menschen geben zu früh auf, haben wenig oder keine Ausdauer. Sie hüpfen von einer Ecke in die nächste, von einer Chance nur nächsten, ohne etwas zu erreichen. Warum? Weil sie ohne Taktik, ohne Strategie vorgehen.

Ein wichtiger Punkt, Angst zu reduzieren ist, den Personalleiter nicht als Gegner oder gar Feind zu betrachten, den es zu überlisten gilt.  Gehen Sie ohne Vorurteile in das Vorstellungsgespräch. Bedenken Sie, dass der Personalleiter und eventuell weitere Mitarbeiter, die heute oder beim zweiten Gespräch hinzukommen, Sie nicht hereinlegen möchten.

Der Personalleiter ist einfach Ihr Partner, der Sie kennen lernen möchte und Sie ihn. Sie möchten lediglich erfahren, ob Sie zu ihnen, allen anderen am Unternehmensziel Beteiligten, passen. Sie möchten erfahren, ob der angebotene Job zu Ihnen passt und ob man Ihnen die übertragenen Aufgaben tatsächlich zutrauen und übertragen kann.

Übrigens haben Sie hier wirklich dieselben Ziele. Auch Sie möchten alle diese Punkte erfahren. Sicher möchten Sie nicht in einem Unternehmen arbeiten, das nicht zu Ihnen passt, dessen Mitarbeiter Sie nicht mögen, und dessen Aufgaben an Sie täglich nerven.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Ihnen sprechen, versuchen sehr neutral und objektiv zu sein. Sehen Sie das Gespräch stets nicht nur aus Ihrer Sicht, sondern auch aus der Perspektive der Gesprächspartner der Personalabteilung.. Bleiben Sie immer objektiv am Thema und beginnen Sie keine Grundsatzdiskussionen, die zu nichts führen außer zur Disqualifizierung. Dann bleibt die Gesprächsatmosphäre positiv, es gibt keinen Grund zu unnötiger Nervosität, Stress oder gar Angst. Wahrscheinlich wissen Sie es selbst: Gründe für Angst sind in dieser Situation nicht real vorhanden, völlig unbegründet. Geben Sie Ihrer Angst keine Chance, indem Sie Unbekanntes kennen lernen.

Grund zur Sorge hat, wer sich auf sein Glück verlässt.

Wer das Ergebnis eines Vorstellungsgespräches dem Zufall zuschreibt oder es ihm aus Bequemlichkeit überlässt, wer glaubt, dass der eigene Erfolg oder Misserfolg immer nur von anderen Menschen abhinge, nur nicht von den eigenen Unterlassungen und seiner Bequemlichkeit, lässt seine Ängste Wirklichkeit werden.

Statt etwas zu unterlassen, sind Sie sicher eher der Typ, der etwas unternimmt, um seine Chancen im Vorstellungsgespräch wirkungsvoll zu verbessern. Folgende “Hausaufgaben” sollten Sie auf jeden Fall erledigen, um gut vorbereitet zu sein.

Je besser Sie sich vorbereiten, je näher Sie schon vor dem Bewerbungs- oder Vorstellungsgespräch der Realität kommen, desto mehr sinken Unsicherheit, Stress und Angst. Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch mit fremden Menschen vorab trainieren, bemerken Sie, dass Ihr Stress- oder Angstlevel sinkt. Sie gewinnen Souveränität, Überlegenheit, weil das Unbekannte dem Bekannten weicht.

Bereiten Sie sich sprachlich auf das Vorstellungsgespräch vor. Bewerberinnen und Bewerber, die an ihrem bisherigen Arbeitsplatz nur theoretisch (lesen und schreiben) mit Englisch in Berührung kamen, sind völlig überrascht, wenn der Personal- oder Abteilungsleiter plötzlich während des Vorstellungsgespräches von Deutsch auf Englisch wechselt. “Englisch in Wort und Schrift” ist keine Phrase, wie Personalleiter immer wieder bestätigen, sondern bedeutet tatsächlich: “Englisch lesen, schreiben und FLÜSSIG SPRECHEN zu können.

Ein weiterer Grund, sich gezielt vorzubereiten ist, dass sich der eine oder andere Mitbewerber ebenfalls vorbereitet und so punktet.

Lagerarbeiter bis Manager: Englisch ist Standard.

Die englische Sprache ist aufgrund der in den letzten vierzig Jahren ständig aufgebauten internationalen Geschäftsbeziehungen durch und durch in Unternehmen eingezogen und in fast allen Abteilungen präsent. Vom Manager bis zum Lagerarbeiter sprechen Mitarbeiter heute Englisch. Überrascht über die Veränderungen sind vor allem diejenigen, die mehrere Jahre kein Vorstellungsgespräch hatten und die die Veränderungen in dieser Hinsicht in der Wirtschaft nicht bewusst wahrnahmen.

Bereiten Sie sich optimal auf genau das Unternehmen vor, in das Sie zu Ihrem Vorstellungs-Interview eingeladen werden. Je mehr Details Sie darüber erfahren, desto mehr werden das Unbekannte und die Unsicherheit schwinden, so dass die unbegründete Angst keine Chance mehr bei Ihnen hat.

Mit Ihrem Internet-Partner, Google, ist die Recherche sehr viel einfacher als noch vor 15 oder 20 Jahren. Viele allgemeine Details und Daten sind wichtig. Personen, die das Unternehmen gründeten, die es wesentlich entwickelten und natürlich die, die es jetzt leiten. Aktuelle Namen, die Sie finden, sollten Sie sich im Kontext merken. Sie sammeln Punkte mit Detailinformationen und können manchmal sogar - bescheiden, nebenbei - langjährige Mitarbeiter damit beeindrucken. Wie gesagt: bescheiden. Tun Sie so, als sei Ihr Wissen normal.

Viele dieser Insider-Infos erhalten Sie auch von der PR-Abteilung des Unternehmens. Auch kleinere und mittlere Unternehmen haben viele solcher Informationen, die Sie gerne mit Interessierten teilen. Sind Mitarbeiter/innen zu bequem, Ihnen Informationen zukommen zu lassen, versuchen Sie es in einer anderen Abteilung, bei anderen Mitarbeiter/innen, die stolz auf ihr Unternehmen sind und dies mitteilen möchten.. Aufgeben gilt nicht!

Am wichtigsten sind natürlich alle die Informationen, die unmittelbar mit Ihrem neuen Aufgabengebiet zu tun haben. Bei aller Achtung für Ihre bisherigen Aufgaben, Ihre Qualifikation und Ihre Berufserfahrung, die wichtig und von Ihnen zu benennen sind. Aber achten Sie immer auf die Perspektive: Ihre Gesprächspartner möchten Sie für ihr Unternehmen gewinnen, für ihre Ziele, für ihre Aufgaben.

Denken Sie in der Dimension Zukunft in diesem Unternehmen. Wie können Sie dort Probleme lösen, wie können Sie dort Nutzen bringen, wie können Sie helfen, die gemeinsamen, aber für Sie neuen Ziele, zu erreichen.

Ihre gewonnenen Informationen lassen Sie später immer wieder einfließen. Immer in Bezug auf den momentanen Gesprächspunkt - Relevanz, am Thema bleiben,  ist immer zwingend! Bewusst aber auch intuitiv bemerken Ihre Gesprächspartner, dass Sie dieselben Themen teilen und besprechen, dass Sie  auf derselben Wellenlänge ticken, dass Sie dieselbe Begeisterung teilen - eigentlich sind Sie einer von ihnen.

Sie wirken irgendwie vertraut. Der Eindruck entsteht nach einiger Zeit zwangsläufig. Was, glauben Sie, ist nahe liegender? Wird man bei gleicher Qualifikation Sie einstellen oder einen anderen? Mit Ihren Insider-Informationen vermitteln Sie intuitiv den für die Einstellung so wertvollen “Stallgeruch”.

Passen Ihre Sozialkompetenzen zu Ihren neuen Aufgaben ...

dem Unternehmen und den anderen Mitarbeiter/innen? Eigene Stärken zu benennen, scheint manchen Bewerbern recht einfach. Sie nennen die üblich wichtigen oder die in der Stellenausschreibung genannten. Die eigenen tatsächlichen Stärken und auch die Schwächen zu kennen und anzuerkennen, ist dagegen nicht so einfach. Sie treffend zu beschreiben, noch dazu auf Englisch, ist eine Herausforderung. Die Stärken mit guten, nachvollziehbaren Beispielen zu untermauern, eigene Schwächen zu entkräften, sie als für das Unternehmen erträglich abzumildern, kann untrainiert zur stressigen, wenig überzeugenden sprachlichen Stotter-Etappe werden.

Da die Soft Skills, die persönlichen Stärken, an die Aufgaben tatsächlich angepasst sein sollten, beziehungsweise tatsächlich vorhanden sind, ergibt viel Sinn. Sie sollten glaubhaft vermitteln, dass Ihre Angaben tatsächlich zutreffen, dass Sie sich selbst und Ihre Arbeitswelt realistisch einschätzen. Sicher hilft es Ihnen wenig, wenn Sie Teamführungs-Qualitäten nennen, die bisher mit zwei Kollegen wunderbar funktionierten, Sie aber für Ihre neuen Aufgaben fünfundzwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für gemeinsame Projekte begeistern wollen. Und das nebenbei, dann Ihre Hauptaufgaben liegen ganz woanders.

Wenn Sie selbst begeisterungsfähig sind, heißt dies nicht, dass Sie auch andere begeistern oder wenigstens motivieren können. Das wissen Sie alles selbst.

Jetzt geht es nur noch darum, den Entscheidern, Ihre Stärken und Fähigkeiten auf Englisch, mit realen Beispielen aus der Arbeitspraxis der letzten 1-5 Jahre überzeugend darzustellen.

Auf einigen Unterseiten beziehen wir uns auf diese sehr wichtigen persönlichen Stärken (Soft Skills). Versuchen Sie so oft wie möglich auch die erwarteten Stärken aus ihren Gesprächspartnern heraus zu hören und zu erfragen. Seien Sie nicht zu bequem dafür, auch nicht in der englischen Phase des Vorstellungsgespräches. Je mehr Sie die genannten und ungenannten Erwartungen treffen, desto höher ist Ihre Chance auf den Job und desto mehr sinkt sie bei all denen, die alles oder Vieles im Vorstellungsgespräch dem Zufall überlassen.

Stress im Vorstellungsgespräch? Das passiert:

Angst bedeutet Stress für das Gehirn und Stress reduziert die geistige Leistungsfähigkeit. Angst und Stress senken die Möglichkeit, intelligent zu denken und zu handeln. Alles, was der Bewerber soeben noch wußte und was er sagen wollte, ist weg. Viele Menschen kennen diese Situation des plötzlichen Blackout. Nichts geht mehr im Gehirn. Leichte Formen sind auch, dass plötzlich die Fähigkeit des Vorwegdenkens entfällt, wenn wir während des Sprechens schon am nächsten Gedanken arbeiten. Wir sind durch die Blockade und andere Denkvorgänge so abgelenkt, dass wir den roten Faden verlieren. Das, was uns soeben noch wichtig erschien, ist weg. Eine an den Bewerber gestellte Frage: vergessen.

Das Stresshormon Cortisol schwächt dabei die Funktionsfähigkeit unseres Hippocampus im Gehirn. Der Hippocampus organisiert das deklarative Gedächtnis, also den Teil, der Fakten und Ereignisse, also zum Beispiel unsere Biographie und somit auch unsere Arbeits-Biographie speichert. 

Das erschwert gleichzeitig auch den Abruf von Lösungs-Ressourcen, etwa, wenn Sie während des Gespräches einen leichten Konflikt, ein Problem erkennen. Entspannt könnte dem Bewerber schlagfertig eine Lösung einfallen. Unter dem Einfluss von Angst und Stress hingegen nicht. Auch die, normalerweise unter angst- und stressfreien Voraussetzungen, gezielt abrufbare Fähigkeit, Lösungen spontan zu entwickeln, ist jetzt blockiert. Wird während des Vorstellungsgespräches nach Lösungen auf dem Fachgebiet des Bewerbers gefragt, sind neue kreative Denkvorgänge, neue Kompetenzen nur zögerlich bis gar nicht möglich.

Ihr Gehirn-Manager, der präfrontale Cortex ist der am höchsten entwickelte Bereich des Gehirns. Dieses Arbeitsgedächtnis ist gleichzeitig am störanfälligsten. Es sollte - ohne Stress und Angst - Ziele entwerfen und Strategien, sollte Handlungen und deren Alternativen bewerten.

In diesem Chaos ähnlichen Zustand, in dem vernünftiges Denken nicht mehr möglich ist, greift das Gehirn auf das Notprogramm zurück. Diese primitiveren, jedoch stabilen Urstrukturen helfen uns, notdürftig zu handeln aber auf niedrigem Niveau. Wer möchte schon auf diesem Niveau an einem Vorstellungsgespräch teilnehmen, ganz zu schweigen davon, hier überzeugen und anderen Bewerbern überlegen sein zu wollen.

Die Situation ist vergleichbar mit einem PC, der mit dem fest eingebauten BIOS/UEFI-Programm und einem Peep hochfährt und seine Tätigkeit beginnt, danach aber kein Betriebssystem, wie zum Beispiel Windows, startet. Der PC läuft, aber Sie können wenig, die meisten nichts, damit anfangen. Haben Angst und Stress das Gehirn gewissermaßen überreizt,  läuft es nur noch mit seinem “BIOS-Grundprogramm”.

Unser Notprogramm denkt nicht  - es reagiert unbedacht

Während diese Notprogramms, das durch Panik verursacht wird, greift unser Gehirn auf fest definierte Regeln und Prozesse zurück, die uns etwas Sicherheit bieten. Wir nutzen Routinen. Automatische Denk-Abläufe. Wir tun und sagen, was und wie wir es schon immer gemacht haben. Unter dem Einfluss von Angst und Stress sind wir nicht mehr in der Lage, unser Verhalten, Mimik und Gestik, unsere Sprache und auch die Inhalte, unsere Aussagen der Situation eines Vorstellungsgespräches vernünftig anzupassen.

Statt mit entspannter Sitzhaltung wirken wir verkrampft, die Mimik ist angespannt, wirkt unsicher, Augenkontakt wird oft vermieden oder wirkt flehend (man bittet um Nachsicht), statt die Hände und Arme ruhig auf den Tisch zu legen, werden sie fahrig, nervös, der Mensch gestikuliert, um alles, was er nicht oder falsch sagt auch noch optisch zu unterstützen oder um von seinen Aussagen abzulenken.

Für ein Vorstellungsgespräch ist Angst oder Stress also die ungünstigste Voraussetzung überhaupt, da das kennen lernen dazu dienen soll, zu erfahren, inwieweit Bewerberinnen oder Bewerber, die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllen können. Ein oft unter Druck stehender, von der Arbeit oder seinen Projekten gestresster, überforderter Mitarbeiter, der zeitweise nicht fähig ist, seinen Verstand zu nutzen und statt dessen geistig auf Notprogramm schaltet, versucht das Unternehmen verständlicherweise nicht ins Team zu holen.

Damit es kein Missverständnis gibt. Wir sprechen hier über Angst und Stress und nicht über die leichte Nervosität, die sinnvoll und normal ist, wenn man als Bewerber auf Unbekanntes trifft und sich nie sicher sein kann, ob man die Erwartungen während des Vorstellungsgespräches erfüllt, was ja durchaus erstrebenswert ist.

Warum macht mein Gehirn nicht das was ich will?"

Sicher wissen Sie, warum Wissen nur nach intensivem Training spontan abrufbar ist. Die meisten Menschen kennen Situationen, in denen sie in einer gefährlichen Situation intuitiv anders handelten als  es hinterher – vernünftig durchdacht – betrachtet, richtig gewesen wäre. 

Um zu verhindern, dass unser Gehirn in sehr stressigen (Not-)Situationen umschaltet vom Bereich des Neokortex zum geschichtlich uralten Stammhirn (Reptiliengehirn), ist es wichtig, übermäßigen Stress gar nicht erst aufkommen zu lassen, weil man gut vorbereitet und trainiert ist.

Schaltet das Gehirn eines Bewerbers vom vernunftgesteuerten, wissenden Neokortex um zum Stammhirn, in dem ein Art Notfallprogramm automatisch abläuft, wird zielgerichtetes Handeln unmöglich. Wenn nur intuitive, seit Urzeiten ablaufende Prozesse wie Durst, Hunger, Fortpflanzung, Fluchtmechanismen und Basis-Denkprozesse  die Antworten des Bewerbers bestimmen, sinken die Chancen während des Vorstellungsgespräches gegen Null. Nicht nur aufgrund der Qualität der Antworten, sondern auch aufgrund der unsicheren Außenwirkung.

Warum sollte diese Situation aber überhaupt eintreten? Freundliche Personalleiter sorgen meist für eine angenehme, entspannte Atmosphäre, zeigen Entgegenkommen und Verständnis für kleine Pannen. Gehen wir also optimistisch und positiv gestimmt in das Vorstellungsgespräch. Was soll schon schief gehen, wenn Sie vorgearbeitet haben?

Menschen, die in einer solchen Gesprächssituation zu Angst oder gar Panik neigen, sollten sich schon vorab überlegen, was unter ungünstigsten Umständen geschieht. In einem Worst-Case (schlechtester oder ungünstigster Fall) haben Sie als Bewerber/in das Vorstellungsinterview eben “versemmelt”. Sicher es ist eine kurzfristige Niederlage aber eben nur eine kurzfristige.

Erfolgreiche Menschen versuchen aus eigenen Fehlern zu lernen und starten einfach einen neuen Versuch. Solange bis es klappt. Was sie auf gar keinen Fall tun: Aufgeben. Sie bemitleiden sich auch nicht oder sehen keine Chancen mehr für sich. Sie haben trotz  jeder Niederlage ihr Ziel, den neuen Job vor Augen und verfolgen weiterhin ihr Ziel.

Auch wenn Angstgefühle bis hin zur Panik keine Fehler sind, lassen sie sich mit antrainierten Routinen stark reduzieren. Ständige Wiederholung führt dazu, dass sich theoretisches Wissen in Können verwandelt. Dabei erleben Sie, dass Sie wichtige Gesprächsinhalte sicher abrufen und sprechen können. Auch auf Englisch. Auch vor und mit anderen Personen. Das ist der Vorteil des Gruppentrainings gegenüber einem Einzelcoaching oder-Training mit nur einer Person als Trainer. Bewerber/innen, die sehr nervös sind, Prüfungsangst bis hin zu Panikattacken erleiden, werden sicherer, wenn das Unbekannte schwindet und die zu erwartenden Situationen vorweg genommen werden. Erlebe ich mich in einer Gruppe, wie ich spontan auf Fragen antworte, erscheint mir die spätere reale Situation vertrauter, da ich mich lediglich auf andere - neue - Menschen einstellen muss, nicht aber auf die Situation an sich.

Auch die Angst vor unbekannten Menschen in der Vorstellungsgespräch-Situation lässt sich manchmal reduzieren. Manche Bewerber/innen finden einen guten Grund vor dem Vorstellungsgespräch den Personalleiter zu besuchen. Zum Beispiel um eine Informationsschrift über das Unternehmen abzuholen. Selbst ein noch so kurzes, wenige Sekunden dauerndes kennen lernen, mit vorheriger Anmeldung selbstverständlich, hilft bereits sehr. Oft genügt es schon, das neue Gebäude  kurz von innen oder Mitarbeiter dort kurz gesehen zu haben. Damit das Unbekannte seinen Schrecken verliert.

Die Englischkurse für das Bewerbungsgespräch auf Englisch beginnen JEDE Woche. Sie trainieren, gut und sicher Englisch zu sprechen und gleichzeitig Bewerbungsgespräch-Simulationen, realitätsnah in Zusammenarbeit mit Personalleitern. Mit Sofort-Start-Garantie und Kursdurchführungsgarantie (Kurse finden auch bei zu geringer Teilnehmerzahl statt). Pro Gruppe nur 2-4 Personen, damit Sie viel und oft Englisch sprechen können.

Englisch-Vorstellungsgespräch-Training mit OK-Trainings-Mix

Der OK-Trainings-Mix basiert auf der Tatsache, dass Wörter und Sätze der Fremdsprache sehr gut aufgenommen, behalten und abgerufen werden können, wenn sie aktiv gesprochen werden. Das bedeutet aber nicht, dass man mit ausschließlichem Sprechen den optimalen Erfolg erzielt, sondern nur durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen freiem Sprechen,  Grammatik-Erklärungen und -Übungen, Vokabeltraining und Wiederholung. So sprechen Sie als Bewerberin oder Bewerber  spontan und richtig Englisch im Bewerbungsgespräch.

Die einzelnen Bestandteile sind aufeinander abgestimmt und in dieser Kombination nachvollziehbar wirkungsvoll. Sie bilden den didaktischen Rahmen, den Sie als Bewerber durch ihren persönlichen Stil inhaltlich füllen. Sie lernen also keine englischen Standardantworten auswendig. Das wäre wenig zielführend. Deshalb trainieren Sie, spontan und sinnvoll auf die Fragen des Personalleiters und seiner ins Gespräch eingebundenen Kolleginnen und Kollegen zu antworten. Selbstverständlich trainieren und lernen Sie auch, selbst Fragen auf Englisch zu stellen.

Dadurch erzielen wir nicht nur den optimalen Trainingserfolg, sondern auch Spaß beim Trainieren, Zufriedenheit und Erfolg. Die folgenden Trainingspunkte garantieren Ihnen eine systematische, ausgewogene Entwicklung Ihrer Englischkenntnisse und der Sprechfähigkeit. Durch die gezielte Vorbereitung werden Sie schon vor dem Bewerbungsgespräch wesentlich selbstbewußter. Ein Grund, nicht nur entspannter zu Ihrem Bewerbungsgespräch-Termin zu gehen, sondern dort auch mit der gewonnenen Sicherheit auf niedrigem Stresspegel das Gespräch zu führen, von dem die Einstellung abhängt.

Das seit 1985 entwickelte OK-Trainings-System besteht aus folgenden Punkten:

1. Relax.

Schalten Sie ab vom Alltag und lassen Sie sich sanft in die englische Sprache gleiten. Der Übergang am Anfang Ihres Sprachtrainings bildet den englischsprachigen Übergang zwischen dem Stress, den Sie während Ihrer Anfahrt hatten und dem eigentlichen Englischkurs. Die Relax-Phase ist gleichzeitig ein Zeitpuffer, falls Sie wegen des morgendlichen Berufsverkehrs etwas später bei uns eintreffen sollten.

2. Conversation

Sanfter Schwierigkeitsanstieg bis zu Ihrem momentanen Englisch-Level. Sprechen Sie. Fehler gehören dazu! Dieser Punkt dient dazu, Ihre Sprech-Hemmungen, die jeder Mensch (mehr oder weniger) hat, abzubauen. Er fördert, dass Sie lernen und trainieren, spontan Englisch zu sprechen. Durch die erworbene Sprechpraxis trauen Sie sich spätestens ab dem zweiten Trainingstag spontan zu sprechen, so wie dies während Ihres Bewerbungsgespräches vorausgesetzt wird.

Wie korrekt oder falsch Sie sich innerhalb dieses Trainings ausdrücken, spielt hier zuerst keine so große Rolle (Bei der gezielten Verbesserung der Sprech-Qualität helfen Ihnen dann  andere Trainings-Mix-Punkte). Die TrainerInnen werden Sie bei Fehlern nicht unterbrechen, sondern nur leise das Gesagte korrekt wiederholen, damit Sie nicht Falsches übernehmen

3. Grammatik

Jeweils kurze Grammatik-Einführung der TrainerIn. Dann sind Sie dran. Grammatik einbinden in Ihre Sätze. Sprechen, sprechen, sprechen. Sie und nicht etwa Ihr Trainer. Das funktioniert auch, wenn Sie nur theoretische Schulkenntnisse (Level B1) haben, aber bisher Englisch überwiegend nur gelesen, geschrieben oder nur verstanden haben. Aufgeschlossene, flexible Berufstätige lernen dies schnell, unabhängig vom, Alter. Das läßt sich beweisen, ist garantiert und Sie können es jederzeit live erleben in einem Englischkurs speziell für das Vorstellungsgespräch.

Das Wichtigste: Statt ständig neue Grammatikthemen theoretisch durchzugehen, legen OK-Trainer/innen Wert auf die Wiederholung. Denn die macht sicher, spontan und baut die Sprech-Hemmungen ab. Wiederholen macht sicher - für Kommunikation im Vorstellungsgespräch ohne Missverständnisse.

4. Vokabel-Training

baut Ihren Wortschatz, speziell für Ihr Bewerbungsgespräch, inklusive Karriere- oder Vorstellungsgespräch-Englisch systematisch auf. Regelmäßig und systematisch, auf das gesamte Training verteilt.  Immer eingebunden in Ihre Sätze, Vorstellungsgespräch-Dialoge, Fragen, Gedanken-Bilder, Ideen. Damit Wörter lebendig sind und stets spontan abrufbar sind und bleiben. Trainieren Sie Englisch für den Beruf ganzheitlich. Dazu nutzen wir “spielend” Vokabeltraining, das das spontane Erinnern fördert und neue Wörter in Ihrer Erinnerung festigt..

5. Kommunikation

Sie brauchen nicht nur Grammatik und Vokabeln, um im Bewerbungsgespräch im neuen Unternehmen die Mitarbeiter dort zu überzeugen, sondern Handwerkszeug, um kommunizieren zu können. Und zwar unabhängig davon, ob Sie “nur” 100 Wörter kennen oder 5000. Egal, ob Sie in den USA oder in Indien, in Afrika, Europa oder Asien Englisch sprechen und verstehen wollen. Kommunikation mit einfachen Mitteln aber effektiv. Deshalb lernen Sie bei uns kein Oxford-Englisch. Vielleicht brauchen Sie Ihre Fähigkeiten nicht nur in einem kleinen Dorf in England, sondern irgendwo auf der Welt. Zum Beispiel, wenn die Unternehmenssprache des neuen Arbeitgebers US-Englisch ist.

6. Sprach-Spiele

Zwischendurch haben Sprach-Spiele auf Englisch den didaktischen Sinn,  Ihnen zu helfen, sprachlich spontan zu werden. Ziel: Nicht lange überlegen zu müssen, bevor Sie sprechen. Intuitiv Englisch sprechen.  Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Sie hilft Ihnen wesentlich, sprachlich flexibel zu werden. Bitte keine Angst vor Fehlern. Dies hilft Ihnen intuitiv zu denken und zu sprechen. Damit Sie immer mehr dazu übergehen, in Englisch zu denken und zu sprechen. Sie sollten während des “Bewerbungs-Interviews” nicht mehr nachdenken müssen, wie Sie etwas in Englisch sagen. Statt dessen sollten Sie sich völlig auf den Inhalt der Fragen des Personalleiters und den Inhalt Ihrer Antworten konzentrieren. Denn darum geht es letztendlich.

7. Fragen stellen

Trainieren Sie mit uns, wie Sie sinnvoll offene oder geschlossene Fragen einsetzen. Welche Fragewörter Sie benutzen, wie Sie Fragen mit “to do” umschreiben. Alles was Ihnen in diesem Zusammenhang bisher als schwierig erschien, trainieren Sie aktiv mit uns. Wenn Sie dann virtuos und spontan Fragen stellen können, trainieren wir, dass Sie diese Fähigkeit in Ihrem Bewerbungsgespräch gezielt einsetzen, denn auch Ihre Fragen, zumindest am Ende des Vorstellungsgespräches, haben nach Aussagen der Personalleiter eine sehr  große Bedeutung.

Denken Sie bitte daran und trainieren Sie Fragen so oft, dass Sie sie intuitiv einsetzen und dass Sie intuitiv richtig fragen. Nur was Sie als Bewerber/in oft trainiert haben, wird zur Routine (vergleiche sportliche oder andere praktische Aktivitäten) und Sie können es unbewusst richtig abrufen und spontan fragen.

Fragen auf Englisch stellen zu können, versetzt Sie in die Lage, das Bewerbungsgespräch selbst mitgestalten zu können. Sicher kennen Sie den wahren Satz: “Wer fragt, der führt!”. Bewerber, die immer nur in der Rolle des Antwortenden stecken, eben weil sie selbst untrainierte Fragesteller auf Englisch sind und Fragen deshalb - wann immer möglich - unterlassen, müssen ihr Bewerber-”Schicksal” aus der Hand geben.

Clevere Bewerber stellen sinnvolle Fragen und dirigieren dadurch das Gespräch in die Richtung, in der sie gut überzeugen können, weil sie Positives über ihre bisherigen Funktionen und Positionen sagen können. Werden Sie nicht nach speziellen Fähigkeiten, Eigenschaften oder Qualifikationen gefragt, die Ihnen im Moment wichtig erscheinen, die aber nicht in der Bewerbung standen oder aber dem Personalleiter nicht mehr bewusst sind, ist die Hinwendung dazu in der Rolle des Beantworters schwierig, wenn gerade ein anderes Thema relevant ist.

8. Definitions

Wörter kurz aber verständlich umschreiben zu können, ist die Kunst, die Ihnen hilft, unbekannte englische Wörter so zu ersetzen, dass Sie trotzdem während Ihres Bewerbungsgespräches in Englisch verstanden werden. Diese Fähigkeit setzt jedoch Übung voraus, da es sogar in der Muttersprache schwer fällt, ein Wort zu umschreiben. Umschreiben Sie einmal das Wort “Ewigkeit” oder “Kundenorientierung”. Mit Training und den richtigen Tipps geht es einfach und Sie werden unabhängig von gelerntem Vokabular, den notfalls umschreiben Sie ohne zögern das, was Sie sagen möchten, ohne dass es Ihrem Gesprächspartner einfällt.

Solche Techniken benötigt jeder Berufstätige, gerade in schwierigen Gesprächssituationen, in denen man sich auf den Inhalt konzentriert und Ihnen die Wörter “zufliegen” müssen, um nicht stammelnd, nach Worten suchend, Gesprächs-Kompetenz einzubüßen. Ihre berufliche Qualifikation wird erst dann erkennbar und überzeugend, wenn Sie sie kommunizieren können - auf Deutsch und Englisch.

E-Mail oder Telefon 0 67 21- 99 57 09

Machen Sie es sich leichter bei Ihrem nächsten Bewerbungs-Interview und bereiten Sie sich voraus schauend vor. Welche Vorteile andere Bewerber  bei OK-Englisch-Training nutzten, lesen Sie hier bei Meinungen unserer Teilnehmer.

Die Englischkurse für das Bewerbungsgespräch auf Englisch beginnen JEDE Woche. Sie trainieren, gut und sicher Englisch zu sprechen und gleichzeitig Bewerbungsgespräch-Simulationen, realitätsnah in Zusammenarbeit mit Personalleitern. Mit Sofort-Start-Garantie und Kursdurchführungsgarantie (Kurse finden auch bei zu geringer Teilnehmerzahl statt). Pro Gruppe nur 2-4 Personen, damit Sie viel und oft Englisch sprechen können.

Autor: Harald Schneider (copyright Harald Schneider, vorstellungsgespraech-in-englisch.de)